Zeitung Heute : Musik im Schlosshof, Kunst mit Moor

Gerd V. Gütsel

Die Lüneburger Heide, einst für den einen Teil der Berliner gewissermaßen vor der Haustür, für die anderen Hauptstädter so gut wie unerreichbar, teilt ihr (touristisches) Schicksal mit anderen Ferienregionen. War die Landschaft zwischen Gartow und Zeven, zwischen Winsen an der Luhe und Gifhorn zu Zeiten der deutschen Teilung zumindest für die West-Berliner ebenso wie Harz oder Fichtelgebirge das Ziel schlechthin für den verlängerten Wochenendtrip oder den "Urlaub zwischendurch", ist diesen Fremdenverkehrsregionen im Laufe der Jahre eine formidable Konkurrenz erwachsen: Die nahe Ostseeküste lockt ebenso wie das noch näher an der Hauptstadt gelegene Seengebiet um die Müritz, die Altmark schöpft Abwechslung- und Erholungsuchende ab, Erzgebirge und Thüringer Wald verzeichnen gute Besucherzahlen aus Berlin, von Brandenburg gar nicht zu reden. Doch Konkurrenz hat auch hier das Geschäft belebt. Die einzigartige Landschaft ist den Heidjern ohnehin geblieben und in Sachen Aktivitäten lässt die Lüneburger Heide kaum Wünsche offen.

Zwar blüht die Heide um diese Jahreszeit noch nicht, aber sie klingt in den kommenden Wochen und Monaten. Schlösser und Kirchen, ein Weinberg und eine historische Fachwerkdiele sind die Spiel-Plätze mehrerer Musikfestivals in der Heide und der Elbtalaue. Schon zum 25. Mal gehen vom 27. Mai bis zum 4. Juni in der Bleckeder Wasserburg die Konzerte des "Musikalischen Frühlings" über die Bühne. Die Bandbreite der zwölf Konzerte, die in reizvoller Atmosphäre unter freiem Himmel im Schlosshof direkt an der Elbe stattfinden, reicht von Jazz und Romantik bis zu Klassik und russischem Tango. Das Konzert am 1. Juni (Himmelfahrtstag) richtet sich mit brasilianischen Märchen, gespielt vom Percussion Art Quartett, speziell an Kinder. Aus Anlass des Jubiläums können die Besucher am 31. Mai erstmalig die Uraufführung eines Werkes im Rahmen des "Musikalischen Frühlings" miterleben.

Vom 30. Juni bis 2. Juli ist ein Wochenende im Schlosshof Bleckede (bei Lauenburg) den Freunden des Swing, Reggae und Blues gewidmet. "Jazz im Schlosshof Bleckede" wird veranstaltet von der NDR-Jazzband, die Gäste mit neuen musikalischen Ideen mitbringt. Die "Sommerlichen Musiktage Hitzacker" bieten vom 22. bis 30. Juli große Konzerte mit renommierten Interpreten, Jazz-Matineen, Chansons zur Nacht, öffentliche Proben und Ausstellungen. Die Gäste haben Gelegenheit zum Dinieren und Parlieren mit Komponisten, Musikern und Bildenden Künstlern.

Die herbstliche Konzertreihe der "Kammermusik-Woche Dannenberg" wird vom 24. September bis zum 1. Oktober vom Voces-Quartett aus Rumänien und den Salzburger Solisten gestaltet. Sie geben allabendlich klassische und romantische Musik im Ohmschen Haus am Thielenburger See in Dannenburg.

Auskunft zu den genannten Veranstaltungen erteilt die Elbtalaue-Wendland Touristik, Königsberger Straße 10, 29439 Lüchow; Telefon: 058 41 / 12 02 61, Telefaxnummer: 058 41 / 12 06 70; E-Mail: wendland-touristik@t-online.de; im Internet: www.luechow-dannenberg.de oder unter www.lueneburger-heide.de/heide/termin/index.htm

Kultur anderer Art bietet der Landkreis Gifhorn seinen Besuchern. Wie im Zeitraffer können sie in und um Gifhorn 800 Jahre Kulturgeschichte einer Landschaft erleben, die ursprünglich vom Moor geprägt war. Erzählt wird von den Moorkolonisten, die die Sümpfe trockneten, den neu gewonnenen Boden beackerten und für Weiden rodeten. Rohstoff Torf ist ebenso Thema wie Aufstieg und Niedergang von Handwerk und Technik. Gezeigt wird auch, mit welchem Aufwand heute eine ehemalige Kulturlandschaft wieder der Natur überlassen wird. An den übergreifenden Thema "Moore, Sumpf und Klosterland - Lebensraum im Wandel" sind das Historische Museum Schloss Gifhorn, das Museum Burg Brome, das Klosterhofmuseum Isernhagen und das Schulmuseum Steinhorst mit Ausstellungen beteiligt. Vorträge, Exkursionen und Aktionen begleiten die Dauerschau. Am 26. Mai ist die Eröffnung der Ausstellung im Historischen Museum im Schloss Gifhorn, einen Tag später die Eröffnung der Ausstellung "Der Drömling und das Wasser" im Museum Burg Brome, und am 2. Juli findet die Vernissage der Kunstausstellung im Kunstverein Gifhorn statt. Lili Fischer und Georg Japper, beide aus Hamburg, haben sich künstlerisch mit dem Thema Moor auseinandergesetzt.

Broschüre und Termine von Aktionen gibt es bei: Landkreis Gifhorn, Andrea Hauser, Telefon 053 71 / 824 19. Das Magazin "Heideschätze" und der Veranstaltungskalender sind kostenlos zu beziehen bei der Lüneburger Heide Tourismus GmbH, Postfach 21 60, 21311 Lüneburg; Telefon: 041 31 / 737 30, Fax: 041 31 / 426 06; E-Mail-Adresse: info@lueneburger-heide.de; aktualisierte Termine von Veranstaltungen gibt es auch im Internet unter www.lueneburger-heide.de

Gleich zwei Projekt in der Lüneburger Heide erinnern an das kreative Schaffen des Meisters der Bögen, der schiefen Säulen und Goldkugeln, Friedensreich Hundertwasser. Zum einen wird Anfang Juni der neue Uelzener Bahnhof fertiggestellt. Er ist wohl das letzte bis ins Detail von Friedensreich Dunkelbunt Regentag Hundertwasser geplante Bauwerk und als solches auch dezentrales Projekt der Expo in Hannover. Doch der innen wie außen neu gestaltete Bahnhof soll nicht nur Kunstwerk sein, sondern auch zu einer Mobilitätszentrale und einem Vorbild in der Umwelttechnik werden. So ist auf dem Dach beispielsweise die größte Photovoltaikanlage Niedersachsens montiert. Zum anderen wird die Eröffnung des Bahnhofs von einer umfangreichen Ausstellung zum Werk des erst kürzlich gestorbenen Künstlers begleitet. Bis zum 31. Oktober werden im Präsentationsraum am Bahnhof mehr als 600 Stücke ausgestellt, die 50 Jahre des grafischen Schaffens von Hundertwasser dokumentieren.

Wer sich von Bahnhofs- und Ausstellungsbesuch erholen möchte, findet hierzu Gelegenheit in der nur zehn Minuten entfernten Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen. Unter dem Titel "Art & Relax" bietet die Bad Bevensen Touristik GmbH Pauschalengebote, die einen Besuch der Hundertwasser-Ausstellung mit einem entspannenden Aufenthalt in Bad Bevensen kombinieren. Ein Informationsblatt zum Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen mit weiteren Tipps zur Erlebnisregion Uelzen gibt es beim Tourismuskreis Uelzen, Telefon: 05 81 / 730 40, Fax: 05 81 / 723 84 oder im Internet unter www.uelzen.de/tourismus

Auskünfte zu den Übernachtungspauschalen sowie den Wellness- und Gesundheitsangeboten erteilt die Bad Bevensen Touristik GmbH, Telefon: 058 21 / 570, Fax: 058 21 / 57 66.

Anne Fuhlbrügge-Rode, mehrfache niedersächsische Meisterin im Speedskaten, hat das Wendland und die Elbtalaue mit den vielen Kilometern Radwegen und verkehrsarmen Straßen als nahezu ideales Skatinggelände entdeckt. Sie begleitet ihre Gäste auf geführten Inline-Touren durch die Elbtalaue, durch die hügelige Geest und zu wendländischen Rundlingsdörfern. Eine dreitägige Pauschale gibt es ab 250 Mark. Angeboten werden auch Trainingslager für Speed- und Fitnessskaten, sowie Wochenendkurse für Anfänger zum Erwerb des "Inline-Führerscheins". Auskunft: Wendland-Sport-Touristik-Service, Telefon: 058 64 / 16 96, Telefaxnummer: 058 64 / 16 90; E-Mail-Adresse: WSTS-Rode@t-online.de oder im Internet unter www.WSTS-inlineskating.de

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