MUSIKFESTSPIELE„Venedig – musica serenissima“ : Amouröses Versteckspiel

Antje Horn-Conrad

Es war was los beim Carnevale di Venezia: Hunde kämpften mit Bären, Akrobaten stapelten sich zu Pyramiden, auf öffentlichen Plätzen wurden Zähne gezogen, Quacksalber boten ihre Mittel feil, Wahrsager schauten in die Zukunft. Und das Volk, es turtelte und tanzte ganze Nächte hindurch, verkleidet als Dottore und Akten schleppender Advokat, als Späße treibender Harlekin und listiger Pulcinella.

Der Maskenball, das amouröse Versteckspiel, bei dem man inkognito flirten und sich ungeniert amüsieren konnte, hat die wilden venezianischen Karnevalszeiten überdauert und erlebt nun bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci im italienischen Ambiente der Orangerie seine sommerliche Entsprechung. Dazu entführt das Ensemble L’Aura Soave mit der Musik Vivaldis in die Klangwelt der Serenissima des 18. Jahrhunderts.

Der Maskenball, eine Venezianische Nacht und mehrere von Feuerwerk begleitete Freiluftkonzerte in Sanssouci setzen effektvolle Glanzpunkte in einem zweiwöchiges Festivalprogramm, das an Venedigs Klangfarben kaum eine Nuance vermissen lässt: Es gibt Renaissancemusik mit dem englischen Gamben-Ensemble Fretwork, ein Lautenkonzert von Rolf Lislevand, geistliche Gesänge mit dem Ensemble Odhecato, Arien des Frühbarock mit dem französischen Vokal-Instrumentalisten Marco Horvat und Monteverdis Madrigale mit Rinaldo Alessandrini und seinem Concerto Italiano. In die Hoch-Zeit des Barock führt das Cembalo-Konzert mit Ottavio Dantone und Cavallis Oper „La Rosinda“ im Schlosstheater des Neuen Palais. Antje Horn-Conrad

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, Fr 6.6. bis

So 22.6., www.musikfestspiele-potsdam.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben