MUSIKTHEATER„Referentinnen. Geschichten aus der zweiten Reihe“ : Hintergrundrauschen

Nadine Lange

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine große Frau – das gilt natürlich auch für die Politik. Vor den Mikros und auf den großen Bühnen halten die meist männlichen Protagonisten ihre Reden, derweil im Hinterzimmer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Texten, Kompromissen und Strategien feilen. In diese Sphäre begeben sich das Ensemble leitundlause und die Neuköllner Oper mit ihrer Produktion „Referentinnen. Geschichten aus der zweiten Reihe“. Sie beleuchten den Politikbetrieb aus der Perspektive der Frauen hinter den Kulissen, denen es vor allem darum geht, reibungslose Abläufe zu schaffen. Aber auch die Träume der Referentinnen rücken ins Blickfeld. Eine wichtige Rolle bei diesem „bundesrepublikanischen Märchen“ spielt die Musik (Knut Jensen): Eine dreiköpfige Bläsergruppe wird die Spannungen innerhalb des Mikrokosmos veranschaulichen, wobei barocke Passionsmusik, Balkanklänge und neue Stücke zum Einsatz kommen.

Das Ensemble leitundlause gastiert nach „Geschichten aus dem Plänterwald“ bereits zum zweiten Mal an der Neuköllner Oper. Es wurde vor sieben Jahren von Matthias Rebstock gegründet und operiert stets im Grenzbereich von Musik und Theater. So sind auch die Ensemblemitglieder teils Musikerinnen und teils Schauspielerinnen. Die „Referentinnen“ hat Rebstock (auch Inszenierung) gemeinsam mit dem diesjährigen Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt geschrieben, der sich durch seine Arbeit bei der Band Fön mit der Verbindung von Text und Musik bestens auskennt. Nadine Lange

Neuköllner Oper, Do 28.8. (Premiere), Sa/So 30./31.8., Do-So 4.-7.9. u. 18.-21.9., 20 Uhr, 9-21 €

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