Zeitung Heute : Mutmacher made in Berlin

Berlin kann überraschen. Auch mit guten Nachrichten, und diesmal sogar aus der Wirtschaft. Das kommt in der Stadt, deren Bevölkerung Armut immer weniger sexy findet, viel zu selten vor. Und nun das: Zehntausende feste, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sind in den vergangenen zwei Jahren neu geschaffen worden – mitten in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit neun Prozent mehr Arbeitsplätzen seit 2005 steht die Hauptstadt beim Wachstumsranking neben Hamburg bundesweit an der Spitze, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vor wenigen Tagen verkündet. Zunehmend werden qualifizierte Arbeitskräfte wie Ingenieure oder Computerfachleute gesucht. Nicht die großen Konzerne schaffen neue Arbeitsplätze, sondern vor allem kleinere Unternehmen sind für dieses kleine Jobwunder verantwortlich. Auch die Tourismusbranche zeigt sich krisenfest – im ersten Quartal kamen 1,8 Millionen Besucher nach Berlin. Ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt, welche Strahlkraft die Stadt mit ihren Museen und Theatern, mit ideenreichen Designern und trendigen Clubs hat.

Das kann Mut machen – den Unternehmern, die hier etwas aufbauen wollen, und den Berlinern. Einiges weist darauf hin, dass die Industrie wettbewerbsfähiger ist und endlich die Umstrukturierung geschafft hat. Auch die Konzentration auf Zukunftssparten wie Gesundheit, Tourismus und die Kreativbranche zeigt Erfolge. Bis zu 500 000 zusätzliche Jobs könnten innerhalb der nächsten zehn Jahre in Berlin geschaffen werden, prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey – wenn Berlin sein riesiges Potenzial mit erstklassigen Universitäten und Forschungseinrichtungen nutzt oder klug in grüne Technologien oder die Informationstechnologien investiert. Berlin bietet zudem Chancen wie keine andere deutsche Stadt, sich zu verwirklichen. Die Bevölkerung wächst wieder. Junge Menschen, die zur Ausbildung oder zum Studium kommen, finden hier anschließend häufiger als früher qualifizierte Jobs und sind deswegen eher bereit, in der Stadt eine Familie zu gründen.

Mutmacher in Zeiten der Krise sind auch die Geschichten auf den folgenden Seiten. Wir erzählen von wagemutigen Gründern, die sich weder von der Konjunkturflaute noch Skeptikern von ihrem Weg haben abbringen lassen, die allen Widrigkeiten wie finanzierungsunwilligen Banken widerstanden und mit ihrer Idee schon nach kurzer Zeit erfolgreich sind. Sie setzen täglich Zeichen gegen die Krise und lassen sich nicht unterkriegen. Diese Menschen bereichern Berlin, sie sind die Garanten einer Zukunft mit Wohlstand und Arbeit für alle. Unsere Berichte erzählen von Menschen, die ohne ein Wort Deutsch zu können nach Berlin kamen, nun erfolgreich ein eigenes Unternehmen führen und sich auch sozial in ihrer Stadt engagieren. Von Betrieben, die in einer ehemaligen Kita begannen und deren Produkte nun global begehrt sind. Und wir berichten von innovativen Firmen, deren Namen nur wenigen geläufig sind, und die doch in ihrem Bereich zu den absoluten Weltmarktführern gehören. Sie zeigen, welche Schätze diese Stadt besitzt. Der Tagesspiegel wünscht viel Spaß auf dieser Entdeckungsreise quer durch Berlin mit alteingesessenen Familienbetrieben, originellen Handwerksmeistern und cleveren Start-up-Gründern. Alle diese Unternehmer sind Mutmacher made in Berlin.

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