Zeitung Heute : Mutterkonzern kassiert hohe Gebühren von der S-Bahn

Berlin - Die S-Bahn in Berlin hat im vergangenen Jahr für das Befahren der Gleise und die Stopps in den Bahnhöfen mehr Geld an die Bahnmutter überwiesen als ein Jahr zuvor, obwohl die Leistung stark eingeschränkt war. Statt 247,5 Millionen Euro musste das Unternehmen 250,2 Millionen Euro an den Konzern abführen. Dabei wird auch für nicht erbrachte Leistungen kassiert, denn bei den Stationspreisen sind nach Angaben der Bahn alle für den laufenden Fahrplan angemeldeten Halte zu bezahlen, auch wenn die Fahrt nicht stattfindet.

So musste die S-Bahn unter anderem auch die für jeden Stopp im Hauptbahnhof vorgesehenen 43,79 Euro bezahlen, obwohl dort mehrere Wochen lang kein Zug hielt, weil der Verkehr eingestellt war. Im Normalbetrieb stoppen hier täglich 620 S-Bahnen. Lediglich bei den Trassenpreisen können bei Ausfällen bestellte Fahrten storniert werden. Die Abgabe stieg zudem, weil der Konzern im vergangenen Jahr bundesweit die Trassen- und Stationspreise erhöht hatte.

Die Gebühren sind fast so hoch wie der Zuschuss, den die Länder Berlin und Brandenburg normalerweise für den Betrieb der S-Bahn überweisen. kt

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