Zeitung Heute : Mythen vom Mieten

Diese weitverbreiteten Annahmen rund um die Wohnung sind falsch

Zimmerlautstärke ist Pflicht. Wer glaubt, eine wilde Party im Monat sei erlaubt, irrt. Wenn es doch mal lauter werden soll: am besten frühzeitig die Nachbarn informieren. Foto: Mauritius Images
Zimmerlautstärke ist Pflicht. Wer glaubt, eine wilde Party im Monat sei erlaubt, irrt. Wenn es doch mal lauter werden soll: am...Foto: Mauritius

Bei Neuvermietung darf die Miete um maximal zehn Prozent steigen. Falls der Markt es hergibt, darf der Vermieter die Miete verdoppeln oder sogar verdreifachen. „Der Gesetzgeber hat hier praktisch keine Grenze gezogen“, sagt Günter Reinert, Rechtsanwalt aus Köln. Ausnahme: Sozialwohnungen.

Der Lebensgefährte/die Lebensgefährtin darf ohne Erlaubnis des Vermieters einziehen.

Der Eigentümer muss zustimmen. Der Mieter hat aber in der Regel einen Anspruch darauf, dass der Vermieter zustimmt. Es sei denn, wichtige Gründe sprechen dagegen. Etwa dass die Wohnung dann überbelegt wäre.

Der Eigentümer muss eine Mietminderung genehmigen.

Sobald eine Wohnung erhebliche Mängel aufweist darf die Miete gekürzt werden.

Einmal im Monat darf man die Nacht durchfeiern.

Nach der Hausordnung und dem Landesemissionsschutzgesetz dauert die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Zimmerlautstärke ist dann Pflicht. Es gibt keine Ausnahmen. Tipp: Rechtzeitig die Nachbarn informieren.

Alle Mieter in einem Haus müssen gleich behandelt werden.

So darf der Eigentümer in ein und demselben Mehrfamilienhaus für in etwa gleiche Wohnungen Mieten in unterschiedlicher Höhe verlangen. Auch darf er dem einen Mieter die Tierhaltung verbieten, dem anderen erlauben.

Wer drei Nachmieter vorschlägt, darf den Mietvertrag ohne Kündigungsfrist auflösen.

Grundsätzlich muss sich der Wohnungseigentümer nicht auf den vorgeschlagenen Nachmieter einlassen. Es sei denn, der Mietvertrag enthält eine Nachmieterklausel, was selten der Fall ist. Mieter sind aber nicht chancenlos, wenn die Fortführung des Mietvertrags eine unzumutbare Härte darstellen würde. Etwa falls der Mieter in ein Seniorenheim ziehen muss, aus beruflichen Gründen ein Ortswechsel nötig wird oder die Wohnung wegen Kindern zu klein ist.

Der Vertrag muss schriftlich sein.

Wenn sich Mietinteressent und Eigentümer auch mündlich (am besten unter Zeugen) einigen, gilt dies als Mietvertrag.

Erlässt der Eigentümer ein Tierverbot, darf ohne Ausnahme kein Haustier gehalten werden.

Der Bundesgerichtshof hat eine Klausel im Mietvertrag, die jegliche Tierhaltung verbietet, als unwirksam aufgehoben.

Der Vermieter hat Anspruch auf einen Zweitschlüssel.

Nur, wenn das ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart wird.

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