Zeitung Heute : Nach den Spielen ist vor den Spielen

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New York, Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2012, dürfte ab sofort jede Menge Unterstützung aus Deutschland erfahren. Nach dem Scheitern der Leipziger Bewerbung ist im Kandidatenkreis nur noch eine nichteuropäische Stadt verblieben: New York. Nur wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf seiner Session am 6. Juli 2005 in Singapur der amerikanischen Metropole den Zuschlag erteilt, kann sich das deutsche Nationale Olympische Komitee (NOK) wieder bewerben. Die Regeln des IOC schreiben einen Wechsel der Kontinente vor, den Spielen in diesem Jahr in Athen folgt Olympia 2008 in Peking. Und den Willen, sich möglichst bald wieder um die größte und lukrativste Sportveranstaltung der Welt zu bemühen, haben Lokalpolitiker unmittelbar nach dem Votum gegen Leipzig bereits bekundet.

In Berlin sehen die Fraktionen der CDU und PDS neue Chancen für eine Olympiastadt Berlin. „Man muss sich frühzeitig und mehrfach bewerben, um sich im Gespräch zu halten“, sagte der sportpolitische Sprecher der CDUFraktion, Axel Rabbach. Bei der Senatskanzlei zeigte man sich zurückhaltender: „Wir sind heute mit Leipzig traurig. Jetzt schon über eine neue Bewerbung nachzudenken, wäre grob unhöflich.“

Marcus Weinberg, stellvertretender Vorsitzender der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion, bringt indes die Hafenstadt ins Spiel: „Wir werden sofort beginnen, unsere Bewerbung für Olympia 2016 vorzubereiten. Wir hatten ein sehr gutes Konzept der Spiele am Wasser. Jetzt kann die neue Bewerbung noch besser und überzeugender werden.“ Hamburg war zusammen mit Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart in der nationalen Ausscheidung unterlegen. Allerdings wird unter den Kandidaten für 2012, Paris, Madrid, London, Moskau und New York, Frankreichs Hauptstadt favorisiert. Womit die Voraussetzung für eine erneute Bewerbung des deutschen NOK sehr vage erscheint. uem/gb/kög

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