Zeitung Heute : Nach ihrem Glauben

Wie sich Kirche und Politik den Themen der Gesellschaft stellen

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Homosexualität/Familie: Zwar sollen Menschen mit homosexueller Neigung nicht diskriminert werden, aber anerkennen will der Vatikan diese Partnerschaften nicht. Im Gegenteil spricht die katholische Kirche hier von einer „objektiv ungeordneten“ Neigung. Nur die traditionelle Ehe verdiene demnach den Schutz von Staat und Gesellschaft. Die evangelische Kirche sieht Schwule und Lesben als Teil der Gesellschaft an, ist jedoch strikt dagegen, die Ehe zwischen Mann und Frau „auszuhöhlen“. Die Politik ist hier einen Schritt voraus: Seit 2001 erlaubt das Gesetz die gleichgeschlechtliche Ehe. Sie räumt ihr nur nicht die gleichen Rechte ein wie der traditionellen.

Zuwanderung: Wiederholt haben sich die beiden großen Kirchen in Deutschland hinter die wesentlichen Bestandteile des Zuwanderungsgesetzes der rotgrünen Bundesregierung gestellt. „Es ist dringlich, dass die stattfindende Arbeits- und Wirtschaftsmigration gesteuert, begrenzt und sozial gestaltet wird“, heißt es bei der EKD. Und: „Eine neue, nach festen Regeln gesteuerte Zuwanderung ist nötig, um den Wohlstand in unserem Land langfristig zu sichern.“ In einer gemeinsamen Erklärung der Bischofskonferenz und des Rates der EKD wird außerdem gefordert, einige Regelungen – wie die Begrenzung des Nachzugsalters von Kindern, deren Eltern rechtmäßig in Deutschland leben – großzügiger zu fassen.

Klonen : Während die Kirche Genforschung begrenzt befürwortet, wendet sie sich heftig gegen das Klonen von Menschen und das Vernichten von Embryonen. Stammzellenforschung wird dann unterstützt, wenn sie mit Material von geborenen Menschen oder von Fehlgeburten arbeitet. Grundsätzlich deckt sich das mit der Auffassung der Politik. lha/nan

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