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Ständige PC-Abstürze und Computer, die immer langsamer werden: Wartungsprogramme halten den Computer fit

Kai Kolwitz

PC-INSPEKTION – DAMIT DER COMPUTER LÄUFT UND LÄUFT UND LÄUFT…

Nur ein Knopfdruck, und alles ist gut. Alte Rechner werden wieder flott, nervige Systemabstürze hören schlagartig auf, und die Festplatte rennt, als habe man ihr eine Ladung Doping verpasst. Ungefähr das ist es, was der „One Button Checkup“ verspricht. Das Programm sucht nach Unstimmigkeiten in der Programmregistrierung, Macken in Windows sowie auf den Festplatten und vielem mehr, um dann zur Reparatur zu schreiten. In diesen Tagen kommt die neue Version der Software als Bestandteil des System- Works- Pakets neu auf den Markt. McAfee hält mit dem Programm QuickClean dagegen, weitere Mitbewerber sind Mangelware.

Ganz so schön wie in der Werbung ist das Leben mit den nützlichen Wartungsprogrammen allerdings nicht. Natürlich hilft so ein Programm, wenn der PC nicht mehr so will wie er soll, und sicher sind solche Tools immer einen Versuch wert, bevor man keinen anderen Weg mehr sieht als die Festplatte zu formatieren. Manchmal klappt es aber auch nicht – das perfekte Rundum-sorglos-Gefühl kann keine Software bieten.

Komfortabler als mit dem Windows-Handbuch geht es aber mit dem Programm „RegCleaner“, das sich kostenlos aus dem Internet herunterladen lässt. Das Tool zeigt eine Liste aller mitlaufenden Programme an und lässt den Benutzer entscheiden, was er davon behalten möchte. Alle Änderungen lassen sich rückgängig machen. Will man das gerade aus dem Ordner verbannte Programm später benutzen, kann man es wie üblich per Mausclick starten.

Und dann wäre da noch eine Sonderklasse von Programmen, die unbemerkt mitlaufen: die so genannte Spyware. Sie installiert sich heimlich auf dem System, protokolliert etwa mit, welche Seiten man im Internet besucht hat und meldet das weiter – in der Regel zu irgendwelchen Werbezwecken. Auch diese Programme machen den PC langsamer und können sogar Abstürze provozieren – für Abhilfe sorgen hier Tools wie „Ad Aware“ oder „Spybot – Search and Destroy“, die die Parasiten von der Platte kegeln.

Der zweite wesentliche Punkt für die Alterserscheinungen von Computersystemen ist die so genannte Registrierungsdatei oder auch „Registry“. Jedes Programm, das auf dem Rechner installiert wird, hinterlässt hier Einträge. Wird die Software wieder deinstalliert, bleiben diese oft zurück. Mit der Zeit entsteht so eine riesige Datensammlung, deren Komponenten teils auch noch fehlerhaft sind oder sich gegenseitig widersprechen – bis gar nichts mehr geht.

Hier automatisch nach den Vorgaben des Benutzers aufzuräumen ist die eigentliche Stärke von Norton, McAfee, RegCleaner und Co. Allerdings: „Manchmal hat man durch solche Software nachher mehr Probleme als vorher“, meint Experte Hajo Schulz von der Computerzeitschrift „c’t“. Gelegentlich werden bei solchen Reparaturen nämlich auch Einträge gelöscht, die noch benötigt werden. „Never change a running System“, ist daher sein Rat.

Immerhin lassen sich die meisten Änderungen bei den etablierten Reparaturprogrammen auch automatisch wieder rückgängig machen. McAfee bietet außerdem eine Zusatzfunktion, die bei jeder Deinstallation überwachen soll, ob die zu löschende Software auch wirklich alles wieder mitnimmt, was sie mitgebracht hat. Dass man zum Entfernen von Programmen die Löschfunktion der Systemsteuerung benutzen sollte, und nicht einfach Dateien in den Papierkorb zieht, dürfte sich von selbst verstehen.

Zwei Tipps für den Notfall hat Schulz noch parat: Zum einen, sich zu einer Zeit, zu der noch alles gut läuft, ein so genanntes Image der Festplatte zu erstellen – eine komprimierte Kopie auf CDs oder einer externen Zusatzplatte. Rat Nummer zwei betrifft die Funktion „Systemwiederherstellung“, über die Windows XP verfügt (Programme/Zubehör/Systemprogramme).

Macht der Computer Probleme, nachdem ein neues Programm installiert wurde, lassen sich hiermit das System auf die Einstellungen eines früheren Zeitpunkts zurücksetzen, als noch alles lief – ebenfalls per Knopfdruck und ohne die erst kürzlich erstellten Word-Dokumente zu zerstören. Wie wertvoll diese Funktion in der Praxis ist, zeigte sich übrigens, als wir die neue Norton-Version installierten – zwei Mal mussten wir die Funktion in Anspruch nehmen, bevor beim dritten Mal alles glatt ging.

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