Zeitung Heute : Nach Urlaubssteuer soll nun auch eine Strandgebühr eingeführt werden

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Erst Touristensteuer und nun auch noch Strandgebühr auf Mallorca? Der Bürgermeister der Mallorca-Gemeinde Campos, die einen der schönsten Strände im Süden der Insel besitzt, will künftig bis zu 200 Pesetas Eintrittsgeld pro Kopf für seine berühmte Playa Es Trenc kassieren. Das wären also rund 2,40 Mark. Bei täglich mehreren tausend Sonnenanbetern am Strand rechnet die Gemeinde mit etwa 3,5 Millionen Mark. Auch Sand lässt sich so noch zu Geld machen.

Bürgermeister Andreu Prohens plant, an allen Zufahrtsstraßen zum Strand Wächter aufzustellen, die bei jedem Urlauber die Hand aufhalten. Mit den Einnahmen sollen die Reinigung des Strandes, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Verschönerung der Gemeinde finanziert werden.

Seine Strandgebühr sieht Prohens als Entschädigung dafür, dass ganz Mallorca ständig mit dem "Traumstrand" seines Ortes Werbung mache und von dem Glanz dieser paradiesischen Bucht profitiere, seine Gemeinde aber für die Instandhaltung aufkommen müsse.

Doch dass nun auch noch an den Stränden abkassiert werden soll, geht selbst dem balearischen Tourismusminister Celesti Alomar, einem der Väter der künftigen Urlaubersteuer, zu weit: "Gerade für solche Fälle wollen wir die Tourismussteuer einführen." Und dass diese Sondersteuer nun tatsächlich kommt, und zwar auf allen vier Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera, daran gibt es offensichtlich keinen Zweifel mehr. Der Chef der neuen Balearen-Linksregierung, Francesc Antich, kündigte soeben an, dass die auf den Inseln "Ecotasa" genannte Extrasteuer vom Jahr 2001 an erhoben wird.

Die Urlaubersteuer, deren Höhe aber noch nicht feststeht, soll in einen Fonds fließen. Aus diesem Topf will man die Schaffung und Unterhaltung von Naturschutzgebieten finanzieren, aber auch die Verbesserung der touristischen Einrichtungen bezahlen. Immer noch unklar ist, wie die Touristenabgabe erhoben werden soll.

Denkbar wäre etwa, die Abgabe direkt auf dem Flughafen von allen ankommenden Urlaubern zu kassieren. Im Gespräch ist aber auch, die Steuer über die Reiseveranstalter oder Hoteliers einzutreiben. Wie auch immer, der Topf wird gut gefüllt sein: Die Regierung rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 180 Millionen Mark.

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