Zeitung Heute : Nachhaltigkeit und Agenda 21

Lexikon der Umweltpolitik

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Nachhaltige Entwicklung. Nach der Definition der UN strebt „nachhaltige Entwicklung nach einer Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen, ohne den Ressourcenverbrauch über die natürliche Belastbarkeitsgrenze der Erde hinaus zu steigern." In drei Kernbereichen müsse gehandelt werden: Wirtschaftliches Wachstum und Gerechtigkeit; Schutz der natürlichen Ressourcen und der Umwelt; Soziale Entwicklung. Im Brundtland-Report von 1987 wurde der Begriff nachhaltige Entwicklung mit zum ersten Mal verwendet: „Nachhaltige Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen preiszugeben, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen."

Agenda 21. Die Agenda 21 ist das Kernstück der Ergebnisse der Rio-Konferenz von 1992. Die Agenda 21 enthält detaillierte Handlungsempfehlungen für die Gestaltung und Sicherung einer lebenswerten Welt für gegenwärtige und künftige Generationen. Auf nationaler Ebene erstellte Aktionspläne, wie etwa die Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Regierung, sollen ebenso zur Umsetzung der Agenda 21 beitragen wie die in den Städten und Gemeinden zu entwerfende Lokale Agenda 21. Insgesamt 178 Staaten haben den Leitfaden zu einer nachhaltigen Entwicklung verabschiedet.

Globale Umweltfaszilität. Die Globale Umweltfaszilität, Global Environment Facility (GEF) wurde 1991 eingerichtet. Sie wird von der Weltbank, dem Entwicklungs- und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gemeinsam verwaltet. Dieser multilaterale Finanzierungsfonds trägt die Zusatzkosten bei Vorhaben mit globalem Umweltnutzen. Dazu zählen auch Kosten, die in Entwicklungsländern für die Anpassung an den Klimawandel anfallen, etwa für den Bau von Deichen.

G 77. Die Entwicklungsländer verhandeln als gemeinsame Gruppe G 77 und China. In der Gruppe sind zur Zeit 133 Staaten vertreten. Allerdings gehören der Gruppe so unterschiedliche Staatengruppen an wie die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) oder die Allianz kleiner Inselstaaten (Aosis), die vom Klimawandel akut bedroht sind, weil der Meeresspiegel steigt.

Nepad. Die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (Nepad) ist eine Initiative reformorientierter afrikanischer Staaten. Die Satzung von Nepad verpflichtet die Teilnehmer auf Demokratie, die Einhaltung der Menschenrechte, Transparenz und Korruptionsbekämpfung. Der G-8-Gipfel in Kanada hat Nepad bedeutende finanzielle Unterstützung zugesagt. Die USA unterstützen diese Initiative.deh/jdh

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