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MAHJONG-SPIEL

Herr Xiu, 77, Herr Hong, 79, Herr Zhang, 70, Herr Zhou, 74

Wir sind fast jeden Tag hier. Früh am Morgen fangen wir an zu spielen, in der Mittagshitze machen wir eine Pause zum Essen, dann geht es weiter bis zum frühen Abend. Für Rentner ist Mahjong eine wunderbare Beschäftigung: Man hat Gesellschaft, etwas zu tun und sorgt dafür, dass das Hirn nicht einrostet. Und man will ja auch der Familie nicht auf den Geist gehen. Die meisten von uns leben bei ihren Kindern – wenn wir den ganzen Tag zu Hause verbringen würden, wäre es dort auf Dauer ziemlich eng.

Wir haben uns hier kennengelernt, beim Spielen. Man kommt ein paar Mal hierher, unterhält sich mit anderen Rentnern, findet sich in Gruppen zusammen. Seit ein paar Jahren spielen wir eigentlich immer in der gleichen Besetzung. Mal fehlt einer, dann springt jemand anderes ein, es sind immer genug Leute hier. Viele kommen auch bloß zum Zuschauen. Sie stehen eine Weile neben dem Spieltisch, trinken Tee, halten ein Schwätzchen, dann gehen sie wieder.

Peking ist eine gute Stadt für Rentner. Man ist nie alleine. Überall in der Stadt gibt es Treffpunkte wie diesen, wo sich alte Leute zusammenfinden, gemeinsam Mahjong spielen und über ihr Leben plaudern.

Unsere Frauen? Manchmal kommen sie mit, sie spielen dann mit uns oder in eigenen Gruppen. Aber meistens ziehen sie es vor, sich um die Enkelkinder zu kümmern. Mahjong ist ein geistig forderndes, aber sehr angenehmes Spiel. Man spielt es immer zu viert, und eine Runde dauert in der Regel nicht länger als fünf Minuten. Wer von uns der beste Spieler ist, ist schwer zu sagen. Ehrlich gesagt zählen wir gar nicht, wer wie oft gewinnt. Wir sind alt genug, um uns über so was nicht mehr den Kopf zerbrechen zu müssen.

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