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ALFONS ZITTERBACKE

Dieses Buch riecht nach großen Ferien. Aus „Alfons Zitterbacke“ lasen unsere Lehrer traditionell am letzten Schultag vor. Dabei ist Gerhard Holtz-Baumerts DDR-Kinderbuchklassiker von 1958, dem 1962 ein zweiter und 1995 ein später dritter Band folgten, alles andere als ein Brevier für vorbildliche Jungpioniere gewesen. Zitterbacke, der 10-jährige Titelheld, ist beides: Lausebengel und Angsthase. Ein Junge mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Einer, der seinem Familiennamen alle Ehre macht und ihn deshalb loswerden will. Der trotzdem den eigenen Kopf riskiert. Alfons hat immer Ärger, bastelt Seifenkistenwagen, Telefone aus Strippe und Konservendeckeln und möchte natürlich Kosmonaut (Ost-Pendant zu Astronaut) werden. Dafür futtert er Kosmonautenkost oder das, was er dafür hält: Senf aus der Tube. Auch wenn der ein oder andere Pioniernachmittag und Gruppenratsvorsitzende die sonst ideologiefreie Erzählung streift, bleibt Alfons die einzige ostdeutsche Kinderliteraturfigur, die mit Pippi oder Timm Thaler mithalten kann. Und Dig, Dag und Digedag natürlich, die Helden der Ost-Comicserie „Mosaik“. Michael Zajonz

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