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HANNI UND NANNI

Hanni und Nanni hatten einen entscheidenden Vorteil: Sie waren, egal was passierte, immer zu zweit. Ein interessantes Setting, gerade für ein zehnjähriges Einzelkind in Urlaub mit Eltern und Großtante. „Lies langsam, teil dir’s ein, dann hast du länger was davon“, warnten die Eltern. Pah! Zehn Hanni-und-Nanni-Bände von Enid Blyton in drei Tagen, das war Rekord. Den Rest der unendlich langen Ferien gab’s zur Strafe nur das, was die Süddtiroler Pensionswirtin in ihrer Eckbank sicher versteckt glaubte: zerlesene Reader’s Digest Heftchen. Um was es bei Hanni und Nanni wirklich ging, hakt hartnäckig in irgendeinem Winkel der Erinnerung. Klar, die Zwillinge lebten in einem Internat und heckten Streiche aus. Ihre Welt war bevölkert von fiesen Schrullen, einer netten Lehrerin und abenteuerlich-altmodischer Sprache. Aber eine Geschichte? Welche der Schwestern war noch gleich die quirlige, welche die schüchterne? Egal. Nur eines zählte: Plötzlich gab es eine Kapsel, die man besteigen konnte und die einen an einen anderen Ort katapultierte. Die Krönung: Für Eltern und Großtante sah es so aus, als ob man bloß in der Sonne liegt und liest. Esther Kogelboom

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