Zeitung Heute : Nachrichten

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— Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9, Chailly (Decca)

Eine atemberaubend klar und zugleich sinnlich dirigierte CD, die sofort zu einem Vorsatz für 2005 führt: Fahrgemeinschaften nach Leipzig bilden, zu Chaillys Konzerten als neuem Gewandhauschef!

— Maite Beaumont: Dolce mio ben (Berlin Classics)

Die junge spanische Mezzo-sopranistin hat eine so vollendet runde Stimme, dass sich die Welt ganz unaufregt ein kleines bisschen langsamer dreht. Und mehr Zeit bleibt, diese italienischen

Barockarien zu genießen.

— Richard Wagner: Lohengrin, Russisches RSO, Samosud (Walhall)

Wagner-Fans sind schwer zu verblüffen. Mit diesem Lohengrin auf Russisch wird es dennoch gelingen. Wer Iwan Koslowski hört, greift sich ans Herz. Mein lieber Schwan!

— John Adams: On the Transmigration of Souls, New York Philharmonic, Maazel (Nonesuch)

Im Schlagschatten des

11. September wurden viele Verbrechen begangen. Auch künstlerisch. 25 Minuten dumpfe Maschinenandacht.

— Guy Klucevsek: The well-tampered Accordion (Winter & Winter)

Kleine ironisch-geistreiche Momentaufnahmen von

Menschen und Landschaften. Sanft aufgeladen mit der

großen Sehnsucht des Akkordeons. Reisen im Sessel.

— Bela Bartok: Konzert für Orchester etc., Chicago Symphony, Reiner (RCA)

Vor beinahe 50 Jahren hat der grimme Hexenmeister Fritz Reiner Werke seines Landsmanns Bartok aufgenommen. Unerreicht in Klangbild und Präzision. Ein wilder Tanz.

— Cuadernos de Mexico (Winter & Winter)

Der Stolz der reitenden Revolution. Leben, das aus quakenden Radios sprüht. Und eine stürmische Traurigkeit, die jeden Jammer zum Tanzen bringt. Eine bewegende Drei-CD-Reise durch Mexiko.

— Wilhelm Furtwängler: Sinfonie Nr. 2, Albrecht (Arte Nova)

Eine Doppelstunde Deutsch, komponiert 1944/45. Alles über Geistes- und Geisterlandschaften dieses Landes. Wer von Leitkultur spricht, muss da durch.

— Antonio Vivaldi et al: Andromeda liberata, Marcon (Archiv)

Wieviel Prozent diese hinreißenden serenata veneziana nun aus der Feder Vivaldis stammen, ist egal. Sänger und Orchester sind jedenfalls herrlich angeheitert.

— Ralph Vaughan Williams: The Symphonies etc., A. Davis (Warner)

Von wegen Zuspätromantiker. Großen Komponisten schlägt keine Stunde, schon gar nicht, wenn sie so liebevoll (und auch noch preiswert) auf 6 CDs serviert werden. Dazu eine Kanne Tea.

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