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Familie Müller, Erding

Franziska Müller ist eine von zwei NichtBayern auf dieser Seite. Sie kommt aus Württemberg, und auch da gingen die Kinder am Palmsonntag in die Kirche, um das Sträußchen aus Palmwedel und Eichkätzchen für den Herrgottswinkel segnen zu lassen. Oft hatte Franziska Müller gleich mehrere Gebinde dabei, die sie dann an Verwandte und Bekannte für ein paar Pfennig verkaufte. So haben das alle Kinder gemacht. Und auch ihr Sohn war viele Jahre später begeistert, als er bei einem Besuch in der Heimat der Mutter von diesen ungeahnten Verdienstmöglichkeiten erfuhr. Vermutlich entstand die Tradition der Herrgottswinkel im Alpenländischen, aber auch Katholiken im Rest Deutschlands kennen den Brauch. Franziska Müller hat das Kreuz über dem Esstisch in der Küche aufgehängt. Sie und ihr Mann haben es vor etwa 30 Jahren im Grödnertal in Südtirol während eines Urlaubs gekauft. Damals waren sie gerade in ihr Haus eingezogen, das Kreuz soll Schutz geben. Landwirte haben es früher vor allem aufgehängt, damit Jesus sie vor Gewitter, Feuer und Hagel bewahrt. Diese Aufgabe haben ihm mittlerweile die Versicherungsvertreter abgenommen. Die Kreuze sind trotzdem geblieben.

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