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Seine Eltern waren Niederländer, geboren ist Peter Paul Rubens jedoch 1577 in Siegen. Das alleine hat ihn nicht berühmt gemacht. Berühmt wurde er durch Haut. Er konnte Haut malen wie kein anderer: Blondinenhaut, Madonnenhaut, rissige Bäuerinnenhaut, runzelige Altmännerhaut... Wer gerne Haut malt, lässt die Kleidung weg und malt üppig. Rubens hätte Ann Nicole Smith als Model genommen und nicht Heidi Klum (nur nebenbei: aus BergischGladbach). Seine Frauengemälde zeigen in Öl gemalte Schenkel, Brüste, Oberarme... – Berge von Fleisch. Vielleicht entstand so der Begriff: Ölschinken. Nur, was hatte die Eltern nach Siegen getrieben? Die Religionsunruhen. Ein Jahr nach der Geburt des Sohnes machten sie sich auf nach Köln, ehe sie 1587 nach Antwerpen zurückkehrten. Dort ging Rubens zur Schule, und nach Beendigung seiner Lehrzeit 1598 wurde er in die St. Lukas Malergilde aufgenommen und bald zum berühmtesten Maler seiner Zeit. Er bewohnte ein prächtiges Stadthaus und ein Schloss auf dem Lande. Er heiratete die 16-jährige Helene Fourment, eine Schönheit aus Flandern. Und Siegen? Das „Brambachische Haus“, in dem die Familie Rubens lebte, wurde bei einem Bombenangriff 1944 zerstört. Was noch steht, seit 1935, ist ein Rubensbrunnen von Hermann Kuhmichel, auf dem sich die drei Städte Antwerpen, Siegen und Köln um den Maler streiten.

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