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Henning kann sich ein Leben ohne Vereine nicht mehr wirklich vorstellen, sagt er. Er ist jemand, der seine rotweiße Prinzenuniform mit Würde trägt – sie lässt ihn ein paar Zentimeter größer aussehen. Alle seine Freunde machen mit, entweder bei der Prinzengarde oder im Schützenverein. Und wenn einer „mal was hat“, helfen die anderen. Man sieht sich ja sowieso dauernd. Seit Aschermittwoch liegt der Hoppeditz im Koma, und bis er am 11. November wieder erwacht, ist entweder Schützenfest in Serm – so heißt der dörfliche Stadtteil von Duisburg, in dem Henning lebt – oder sonstwo. Das Gute an der Vereinsgemeinschaft: Irgendwas zu feiern ist immer. Und sollte es doch mal kein Fest geben, fahren Henning und die anderen lieber in die Düsseldorfer Altstadt, als in die Duisburger Innenstadt. Obwohl sich in Duisburg „kneipentechnisch“ viel getan habe. Aber attraktiver ist die Landeshauptstadt.

„Es ist schon krass, wenn man sieht, dass welche aus meinem Freundeskreis arbeitslos werden“, sagt Henning, der seine Ausbildung als Versicherungskaufmann im Herbst beenden wird und noch im Haus seiner Eltern wohnt. Im Verein passt einer auf den anderen auf, die Gemeinschaft bildet ein engmaschiges Netz, das keinen durchfallen lässt, aber auf der anderen Seite hat so ein Verein auch eine Kontrollfunktion: „Es ist ein bisschen so wie in der Familie.“ Hennings Duisburger Akzent mischt sich mit einem fröhlichen, rheinischen Singsang. Er hofft darauf, nach seiner Ausbildung fest angestellt zu werden. Und auf deutlich besseres Wetter für das Sermer Schützenfest. oom

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