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Ob Ritterburg oder Prinzessinnenschloss, ob Räuberhöhle oder Puppenhain – entscheidend bei allen Einrichtungsfragen von Kinderzimmern ist erst einmal, dass sich die Kleinen in ihren Räumen auch wohl fühlen. Wie das geht, weiß der

Innenarchitekt Peter Kurz, der zum Team des Berliner Büros „Planen pro qm“ gehört, das hilfreiche Unterstützung bei der Gestaltung von Kinderzimmern anbietet. „Meist werden sie neu eingerichtet, wenn ein Alterssprung ansteht und sich damit auch die Bedürfnisse verändern – etwa mit der Einschulung oder der Pubertät“, erzählt Kurz, der in den letzten Jahren eine Vielzahl unterschiedlicher Kinderzimmer aufgemöbelt hat.

Da Kinder oft klare Vorstellungen von dem haben, was sie sich für ihr eigenes Zimmer wünschen, sollten die Kleinen am besten auch mit in den gestalterischen Einrichtungsprozess ihrer Räume einbezogen werden. Das bringt nicht nur Spaß, sondern ist auch sinnvoll. Denn entscheidender als Trendfarben und neue Designhighlights sind für gelungene Kinderzimmermöblierungen vor allem die Persönlichkeiten ihrer jeweiligen Bewohner, die Berücksichtigung ihrer besonderen Neigungen und Begabungen. Wenn ein Kind gern liest, bastelt oder malt, gilt es, dieses auch mit der Einrichtung entsprechend zu fördern und zu unterstützen.

Bekannte Hürde bei Kinderzimmern ist allerdings meist die Größe. In der Regel sind die Räume für die jüngsten Familienmitglieder kaum größer als acht bis zwölf Quadratmeter. Das verlangt von den Eltern ganz besondere Fantasie und nicht selten auch Improvisationstalent bei der Raumgestaltung. Doch ob nun großräumig oder eher kleinteilig – in Kinderzimmern sollte es unbedingt nicht zu voll werden, weiß der Berliner Innenarchitekt Peter Kurz aus Erfahrung. „Zu viele Möbel und Spielsachen überfordern die Sinne und schaffen Unruhe.“

Auch sollte man darauf achten, dass die Möblierung fürs Kinderzimmer kindgerecht ist und in ihren Proportionen den

heranwachsenden Sprösslingen entspricht. Erwachsenenmöbel wie das ausrangierte Bett der Oma, das alte Sideboard der Tante oder der monströse Kleiderschrank der Eltern kann der Inneneinrichter nicht immer empfehlen. „Kindermöbel sind gut, wenn sie nicht zu kompliziert sind und einen Spielcharakter haben“, meint Peter Kurz. Etwa Staumöbel, auf denen die Kleinen auch herumklettern können oder Hochbetten, die zum Bauen von Höhlen animieren. Die Frage Plastik oder Massivholz sieht Peter Kurz eher undogmatisch. Allerdings würden Qualitätsmöbel in der Regel länger halten und auch den Anforderungen im Kinderzimmer besser standhalten als preiswerte Möbel, die meist schnell mal unschön und verwohnt aussehen.

Wichtig ist bei Kinderzimmern auch, dass ihre Bewohner den Überblick behalten. Wenn Kinderzimmer aus verschiedenen Möbeln patchworkartig zusammengestellt werden, sollte es dabei also nicht zu chaotisch zugehen, so der Innenarchitekt Kurz. Gleichzeitig sind aber auch nur solche Einrichtungen gelungen und kindgerecht, die nicht zu korsettartig daherkommen. Denn gerade in Kinderzimmern ist es besonders angeraten, diese immer wieder einmal spielerisch zu verändern und umzubauen.

Bei den Farben bevorzugen Kinder vor allem die klassischen Grundfarben. Mädchen schwärmen natürlich für Rot, Orange und Rosa. Jungs hingegen für Blau. Von dezenten Pastellfarben, die vielleicht Erwachsene fürs Wohnzimmer vorziehen, würden die Kleinen allerdings wenig halten, meint Peter Kurz, der sich bei seinen kreativen Gestaltungsideen nicht selten von den eigenen Kindheitserinnerungen inspirieren lässt.

Eine Vielzahl von praktischen und vor allem auch umsetzbaren Einrichtungsideen fürs Kinderzimmer finden Eltern auch in dem umfassenden Buch „Neue Kinderzimmer“ von Joanna Copestick – beginnend bei der Neueinrichtung fürs Baby bis hin zur Gestaltung eines eigenen Spielbereichs im Garten.

„Planen pro qm“, Joachimstraße 3/4,

10119 Berlin, Tel. 030 /21 23 89 46,

www.planenproqm.de

Joanna Copestick, „Neue Kinderzimmer –

phantasievoll, preiswert, mitwachsend“

DVA, 192 Seiten, 39,90 Euro

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