Zeitung Heute : Nachrichten

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Farbenfrohe Kelims, Bambusmöbel, dekorative Straußeneier, chinesische Lacktische oder Muscheln aus der Südsee – den Style „around the world“ muss heute keiner mehr im schweren Überseekoffer nach Hause tragen. Schöne Wohn-

accessoires aus fremden Kulturkreisen gibt es auch daheim wie Sand am Meer. Ob Springbockfelle mit dem Charme der Serengeti, historische Sake-

Flaschen oder Deko-Artikel im belgischen Kolonial-Look wie aus dem Spielfilmklassiker „Jenseits von Afrika“: Selbst in einer globalisierten Welt ist die Faszination am Exotischen ungebrochen.

Wie schon zu Zeiten der großen Entdecker beeinflussen die Sehnsucht nach Fremde und Abenteuer den multikulturellen Wohnchic. In den achtziger Jahren brachte man sich

Ledersitzkissen aus Marokko als Erinnerungsstück mit nach Hause. Inzwischen sind es filigrane Holzarbeiten aus Thailand, farbenprächtige Seidenstoffe aus China oder Fetisch-

figuren aus Afrika. Der

Einrichter Gunther Lambert (www.lambert-home.de) geht schon seit vielen Jahren in Asien auf Inspirationstour. Seine Möbelentwürfe wirken wie die perfekte Symbiose verschiedener Kulturen. Auf diese Weise entstanden etwa das klassisch aus Bone China gefertigte Tee- und Kaffeeservice „Alba“, die Osake-Tischläufer aus feinem Seegras oder edle Beistelltische, deren Naturlack noch immer in alter chinesischer Handwerkskunst aufgetragen wird.

„Einen Hang zur Exotik“ hat auch Sherri Donghia, die Designchefin der gleichnamigen New Yorker Interieurfirma (www.donghia.com), zu deren Kunden internationale Stars wie Woody Allen, Tom Hanks oder Winona Ryder zählen. Die Formen der Donghia-Kollektionen sind von den unterschiedlichsten Regionen der Welt inspiriert, ihre handgearbeiteten Stoffe beeinflusst von Vorbildern aus Asien und Fernost. Ein traditioneller und zugleich moderner Multikulti-Stil, der für die anspruchsvollen Bedürfnisse des internationalen Jetsets geradezu maßgeschneidert scheint.

Die Integration fremder Welten hat eine lange Tradition in der Stilgeschichte. Schon an den

europäischen Höfen war die Chinoiserie en vogue. Wer konnte, hielt sich im Schlosspark seine eigene Menagerie mit bunten Papageien und

fauchenden Raubkatzen.

Und auch im Art Déco beflügelte das Fremde die Fantasie der Gestalter, wurden Perlhuhnfedern oder Kuduhörner mit

einheimischen Materialien in spannungsreiche Beziehung

gesetzt. Die Avantgardisten der Moderne wie Charles Eames oder Le Corbusier stellten ihre heute als Klassiker gefeierten Entwürfe mit Vorliebe auf

exotische Felle, mischten eine kühle, zeitgemäße Avantgarde mit den Schätzen anderer

Kulturen.

Man muss aber kein überzeugter Weltenbummler sein, um es sich daheim kosmopolitisch

gemütlich zu machen. Inspirationsquelle für einen internationalen Style können auch Bildbände liefern. Das Durchblättern des Buchs „Mexico Style“ (Taschen Verlag) macht vor

allem Mut zur Farbe.

„Das Haus sah aus, als sei das Blau auf seinen Mauern direkt vom Himmel geflossen, als hätte die Sonne die Türrahmen gelb geküsst, und als wäre das Vordach so lange von der Bougain-

villea gekitzelt worden,

bis es vor Lachen

über und über errötete“, schwärmt die Autorin Christiane Reiter in

ihrer Einführung. „In Mexiko gibt es alles und idealerweise alles im selben Gebäude.“

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