Zeitung Heute : Nachrichten

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— Magdalena Kozená singt Mozart-Arien (DG)

Was für ein raffiniertes Spiel mit Nähe und Distanz: Die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kozená singt die Mozart-Figuren von Cherubino bis Fiordiligi mit heißem Herzen und gibt ihnen doch eine Aura von kunstvoller Künstlichkeit.

— Rubens Quartett: Haydn, Schostakowitsch (Genuin Musikproduktion)

Klares Statement beim Debüt: Mit intelligenter Klangdramaturgie und herbem Ton geben die jungen Holländer den Meistern der Menschenkenntnis und des hintergründigen Humors ein scharfes Profil.

— Johann Christian Bach: Kammermusik. Berliner Barock-Compagney (Capriccio)

Der Kosmopolit der Bach-Familie saugte die Tricks musikalischer Moden überall auf. Die Berliner Barock-Compagney beweist die belebende Wirkung von Johann Christians Kammermusiken.

— Schubert: Streichquintett. Vogler Quartett und Daniel Müller-Schott (Edition Günter Hänssler)

Im Angesicht des Todes komponierte Schubert 1828 sein Streichquintett D 956. Dieser Livemitschnitt erreicht eine emotionalen Wucht, die den Hörer am Ende wie betäubt zurücklässt.

— Rossini: Il barbiere di Siviglia. Münchner Rundfunkorchester, Miguel Gomez-Martinez (Sony)

Thema total verfehlt: Im dramatischen Fach glänzt sie auf den Bühnen der Welt – bei Rossini entpuppt sich Elina Garanca allerdings als Spaßbremse. Humor hat ihre Rosina überhaupt nicht.

— Maria Callas: Wahnsinnsszenen (EMI)

Brennende Leidenschaft, Liebe, für die es nur Leben oder Tod geben kann, Sinnlichkeit bis zur Sinnesverwirrung: Keine hat die Wahnsinnsszenen des Belcanto von Bellini und Donizetti so gesungen wie die Callas.

— Hans Werner Henze: Aristeus, Orpheus behind the wire. Martin Wuttke, Rundfunkchor Berlin, RSB, Marek Janowski (Vergo)

Ein dionysisches Melodram vom Arkadier unter den zeit-

genössischen Komponisten: Volksbühnen-Star Martin Wuttke erzählt packend, wie Eurydike in die Hölle kam.

— Richard Strauss: Ein Heldenleben, Le Bourgeois Gentilhomme. Berliner Philharmoniker, Rattle (EMI)

Bei Strauss’ monumentalem „Heldenleben“ besteht gerade für Pubertierende akute Suchtgefahr. Rattle und die Philharmoniker liefern den Stoff dazu – erstklassige, absolut saubere Ware natürlich.

— From Heart To Heart: Edita Gruberova und Ivan Paley singen Lieder und Duette (Nightingale)

Die Koloraturprimadonna singt Dvoráks „Liebeslieder“ betörend schön und vereint sich im Duettgesang mit dem kernigen Bariton des jungen Argentiniers Ivan Paley.

— Rossini: La Cenerentola. Sir Peter Hall, Vladimir Jurowski (Opus arte)

Die Ausstattung ist märchenhaft, das Typecasting perfekt, die Regie dezent – und Vladimir Jurowski entfacht mit seinen Sängern und dem London Philharmonic einen rasanten und dabei immer höchst eleganten Rossini-Sound.

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