Zeitung Heute : Nachrichten

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— Mozart: La clemenza di Tito. René Jacobs (harmonia mundi)

Der „Titus“ nicht als steif tönende Huldigungsoper, sondern als packendes, glut- und seelenvolles Hördrama. Besser als Jacobs macht derzeit keiner Mozart.

— Venturini: Concerti da Camera. La Cetra (zigzag)

Frech mixte der Flame am Hannoveraner Fürstenhof die Stile seiner Zeit zusammen – heraus kam swingender Gute- Laune-Barock, von dem sich auch Händel und Telemann kräftig inspirieren ließen.

— Schumann: An Clara. Eric le Sage (alpha)

Mögen andere Pianisten mit virtuoser Verve durch Schumanns Klavierwerke brausen. Eric le Sage besitzt den einzig passenden Schlüssel zu den Traumwelten des Romantikers: Poesie.

— Haydn: Streichquartette. Quatuor Ebène (mirare)

Die vier jungen Franzosen, Gewinner des ARD-Wettbewerbs, treiben auf ihrem Debüt dem Lerchen-Quartett alle Kaffeekränzchen-Gemütlichkeit aus und führen einen hellwachen Dialog im Geiste des Minimalismus.

— Anne Sofie von Otter:

I let the music speak (Deutsche Grammophon)

Die Operndiva versucht, Abba-Klassiker als schlichte Kunstlieder zu singen. Und die beiden Abba-Männer haben ihren Liedern dazu eigenhändig allen Glamour ausgetrieben. Nur: Was bleibt dann überhaupt noch übrig?

— Mozart: Nachtmusik. Les Folies Françoises

(alpha)

Sie glauben, „Die kleine Nachtmusik“ ist eine betuliche Wunschkonzertnummer? Dann hören Sie mal, mit wie viel Spiellust und Delikatesse Patrick Cohen- Akenine und seine Truppe den Klassiker vitalisieren.

— The cries of London. Theatre of voices (harmonia mundi)

Die wunderbaren Londoner Marktschreier-Motetten der Renaissance beweisen, dass Musik Ordnung ins größte Chaos bringen kann und dass sich noch der krudeste Lärm zu Tonkunst adeln lässt.

— Era la Notte. Anna Caterina Antonacci (naive)

Auf ihrem ersten Solorecital zeigt die Italienerin, dass sie die Königin der Barockoper ist: Wenn Antonacci Monteverdi singt, besitzt das in Leidenschaft wie in Verzweiflung eine majestätische Größe des Gefühls, vor der man sich nur verbeugen kann.

— Vivaldi: Violinkonzerte. Giuliano Carmignola (archiv Produktion)

Atemberaubend, mit welcher Bravour und stilsicheren Eleganz dieser Mann geigen kann. Nebenbei beweist Carmignola an diesen erstmals eingespielten Konzerten, dass es von Vivaldi zu Paganini nur ein kleiner Sprung ist.

— Britten: A Midsummernight’s dream (Virgin)

Den Nächten dieses Sommers einen Seufzer hinterhergeschickt: Robert Carsens Produktion trifft nicht nur die magische Atmosphäre der Britten-Oper, sie ist auch mit Sängerdarstellern besetzt, die Shakespeare gerecht werden.

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