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Nicht, dass wir uns die Dauerwelle der 80er Jahre zurückwünschen, die lockige Einheitsfrisur, die nicht selten strohiges Haar zurückließ. Aber Wellen haben durchaus wieder ihren Reiz. „Locken kommen in diesem Frühling ganz groß in Mode – und mit ihnen die Dauerwelle“, sagt Janine Wittchen von Essanelle am Potsdamer Platz.

Dabei ist es heute kein Risiko mehr, die Haare auf künstliche Weise in wellige Schwingungen zu versetzen. Die moderne Dauerwelle wirkt sanft auf das Haar ein. Auch von Einheitslocke kann keine Rede mehr sein. Sie gibt langem Haar romantische Schillerlocken-Form oder kommt auch gerne in wilder, langer Mähne daher. Neu ist 2007, dass Glattes mit Welligem kombiniert wird. Das eine ergänzt das andere, wertet es auf. Erst im Zusammenspiel entfaltet die Frisur ihre Wirkung: Die nach innen oder auch außen gedrehte Locke lässt den geraden Pagenkopf leicht ins Gesicht und auf die Schulter fallen. Eine andere Variante: Das glatte Haar verliert sich in einem langen Meer an weichen Wellen.

Neben der vielfältigen Locke hat das Frühjahr eine Reihe weiterer Highlights zu bieten. „Die Trends kommen in diesem Jahr weniger aus New York und Frankreich, sondern vielmehr aus England“, berichtet die Essanelle-Mitarbeiterin. Die Modewelt blickt auf Victoria Beckham, die Fashion-Ikone und Frau des Fußballstars David Beckham. Sie trennte sich von ihrem langen Haar und ließ sich von ihrem Leibfriseur Ben Cooke einen Bob schneiden: Hinten kurz, nach vorn spitz zulaufend fällt das Haar lang und weich in das Gesicht. Auch eine etwas längere Version mit viel Volumen am Hinterkopf ist im Frühling 2007 angesagt. Nur zu akkurat und glatt darf es nicht sein. Geordnete Unordnung ganz im Sinne des Britpop-Style macht die geraden, zuweilen asymmetrisch angeschrägten Schnitte aus. Runde Bobs aber sind out. Genauso wie glatte, stumpf geschnittene Haare. Denn: Scharfe Kanten haben in der aktuellen, weichen, femininen Mode nichts zu suchen.

Auch die Farbe wirkt in diesem Frühjahr weich, scharfe Kontraste sollten möglichst vermieden werden. Wie in der Mode betont auch die Frisur die Persönlichkeit, man verkleidet sich nicht mehr, betont, veredelt den eigenen Naturton, bringt ihn zum Leuchten. Außerdem ist Blond nach wie vor gefragt, Braun – und als Neuheit kräftige Rottöne. Hier gilt ebenso: Die Farbe soll natürlich wirken, vielfältig schimmern und Volumen geben. Scharfe Farbkanten sind von gestern, genauso wie Strähnchen, die vom Haaransatz her gefärbt werden. Das neue Zauberwort heißt Painting. Die Farbe wird jetzt ins Haar gemalt, die leicht variierenden Töne fließen ineinander über, weich und harmonisch. Keine lästigen Farbreste mehr, wenn das colorierte Haar auswächst.

Weiteres Modemotiv ist der Pony. Am Liebsten voll und lang wird er getragen, à la Heidi Klum oder Sharon Stone. Aber auf keinen Fall fransig. Avantgardistisch kommt er extrem asymmetrisch, wie mit der Schablone geschnitten daher. Scharfe Kanten aber sind auch hier passé. Wie in früheren Zeiten wird der Pony über die Rundbürste nach innen gefönt. Schön voll, dicht und weich betont er die Form des Gesichts.

Farbe wird ins Haar gemalt

Nach wie vor trendy ist das längere Haar. Alles was kürzer als Bobschnitt ist, gehört der modischen Vergangenheit – oder Zukunft an. 2007 jedenfalls trägt man das Haar mindestens bis über die Ohren, bis zur Schulter oder noch länger. Stoppelkurze Frisuren sind out. Das längere Haar lässt sich auf vielfache Weise gestalten, zu Zöpfen flechten, mit einem Gummiband zu einem Zopf binden, mit einem gepunkteten Stirnband oder einem natürlich anmutenden Lederband schmücken. Glitzer findet sich ausschließlich zu festlichen Anlässen im Haar, das aus sich selbst heraus wirkt. Keine Spangen sind nötig, Frisuren, der klassische Dutt oder der spanische Knoten lassen sich kunst- und effektvoll mit eigenem Haar binden.

Für Herren: Nicht zu brave Schnitte

Auch für Herren gilt im weitesten Sinne, was die Frauenmode bestimmt: David Beckhams Irokesenschnitt war einmal. Das Nackenhaar wird wieder weicher geschnitten, das Deckhaar länger getragen. Es fällt sanft, auch schon einmal in weichem Blond oder in Brauntönen gefärbt, und betont das markante Gesicht. Besonders Mutige, tragen einen seitlich gefönten Pony zu gestuftem, schulterlangem Haar. Dabei wird keine Frisur und nicht einmal der Drei-Tage-Bart dem Zufall überlassen. Perfekte Schnitte sind angesagt, die allerdings nicht zu brav daherkommen dürfen. Mit etwas Gel oder Spray lässt sich auch hier eine gewollte Unordnung formen.

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