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Kaum ist der Frühling eingeläutet in den Arkaden, schon wird es Ostern. Die phantasievolle Dekoration „Klang des Frühlings“, die eben noch die Erwartung der wärmeren Jahreszeit ausdrückte, ist abgeräumt und durch eine richtig frühlingshafte Ostergestaltung ersetzt worden: satt grüne Grasflächen, in denen Tulpen und andere Frühblüher wachsen, Weidenkätzchen und andere Gehölze mit zartgrünen Blättern gesteckt sind, darüber flattern lange Fahnen in gelb und maigrün – zusammen mit dem rot der Tulpen die Farben des Frühlings schlechthin.

Wie riesige Eier des Kolumbus stehen zwölf bemalte Eier in den Rasenflächen. Die Motive auf den kunstvoll gestalteten Eiern zeigen einen prächtigen Hahn, Pflanzenornamente, Luft, Licht, blauen Himmel – Bilder die den Frühling repräsentieren.

Das Osterei ist wohl das berühmteste Symbol des Osterfestes. Es wird bemalt und mit den unterschiedlichsten Materialien verziert. Doch woher kommt dieser Brauch? Am wahrscheinlichsten ist ein Zusammenhang mit der 40-tägigen Fastenzeit, die am Samstag vor Ostern endet. Während dieser Zeit waren Eier, Fleisch und Milchprodukte verboten. Natürlich legten die Hühner in dieser Zeit weiterhin Eier, meistens sogar mehr als sonst. So häuften sich die Eier an, und der Überschuss musste durch Kochen haltbar gemacht werden. Um sie von den frischen Eiern unterscheiden zu können, wurden sie zunächst rot angemalt, im Laufe der Zeit wurden sie dann mehrfarbig und mit kunstvollen Techniken bemalt.

Belegt ist auch die Herkunft vom jüdischen Passah-Fest, dem das christliche Osterfest entspringt. Seit Urzeiten werden beim Passahfest Eier gegessen - als Symbol der Dankbarkeit für den Jerusalemer Tempel.

Im Mittelalter war das Ei sogar Zahlungsmittel. An Ostern wurden den Gläubigern Eier als Sachleistung überreicht. Urkunden und Rechtsbücher berichten seit dem 9. Jahrhundert von Eierzinsen zu Ostern.

Eine weitere Variante bildet das Osterei als Volksmedizin. Eier, die am Gründonnerstag gelegt oder an Ostern geweiht wurden, galten als besonders heilbringend und vor Krankheit schützend. Weiterhin ist das Ei auch Siegeszeichen des Lebens über den Tod, Symbol für Fruchtbarkeit, sowie Opfer- und Liebesgabe. Seit Urzeiten symbolisiert das Ei die Entstehung des Lebens. Ein alter Mythos erzählt vom Weltenei, aus dessen beiden Hälften sich Himmel und Erde gebildet haben sollen. Auf das Fest der Auferstehung bezogen, ist es das Symbol des neuen Lebens.

Die Form des Eies erinnert an die Ewigkeit ohne Anfang und Ende. Seine Verjüngung nach oben wiederum an die Auferstehung. Deshalb muss die Ostereierspitze beim Schmücken beziehungsweise Aufhängen stets oben sein. Gern werden diese Eier an einen Strauß aus Birkenzweigen - den so genannten Osterstrauß - gehängt oder kunstvoll mit anderen Gaben in ein Osterkörbchen dekoriert.

Beim Eierfärben spielt die Farbe eine wichtige Rolle. Gelb symbolisiert die Erleuchtung und Weisheit, Rot den Opfertod Christi, Weiß die Reinheit, Grün die Unschuld und Jugend, und Orange schließlich steht für Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz und Wärme. Am beliebtesten bei Kindern ist jedoch das braune Ei – das Schokoladenei.

Und die bringt in unserem Kulturkreis der Osterhase. Natürlich sind es die Erwachsenen, die sich viel Mühe geben, die Süßigkeiten möglichst gut zu verstecken - so ist der Belohnungseffekt um so größer. Die bunten Eier werden dem Osterhasen zugeschrieben, weil er viel flinker ist als die Hühner. Doch erst seit dem 19. Jahrhundert versteckten die Hasen die Eier. Bis dahin war der Osterhase in einigen Regionen Deutschlands völlig unbekannt. Dort wurden die Ostereier von ganz verschiedenen Tieren gebracht. In manchen Gegenden kam der Fuchs oder der Hahn, in anderen der Storch, der Kuckkuck, der Kranich oder der Auerhahn, um die Ostereier zu verstecken.

Es gibt auch Vermutungen, der Osterhase sei eher aus Versehen der Osterbote geworden. Der Versuch der Bäcker, ein Osterlamm aus Teig zu backen, sei fehlgeschlagen. Das Ergebnis sah eher aus wie ein Hase.

Eine ganz wichtige Rolle spielen auch die Osterfeuer. In Norddeutschland und weiten Teilen Mitteldeutschlands sowie im Alpenraum werden sie am Samstag vor Ostern entzündet. Es handelt sich um möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. Oft befindet sich oben auf dem Stapel eine Hexenpuppe - ein Verweis auf den vorchristlichen Brauch, den Winter zu vertreiben, zu verbrennen. Man glaubte an die reinigende Wirkung des Feuers und dass es die keimende Saat vor bösen Geistern schütze.

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