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Der Laden in der ersten Etage wirkt ein wenig kühl. Decke, Boden und Wände sind mit matt glänzendem Metall verkleidet. „So kommen unsere Ausstellungsstücke besonders gut zur Geltung“, erklärt Steve Mannheim, der Mitinhaber der Boutique Nara Camicie in den Potsdamer Platz Arkaden. Und tatsächlich: Nichts lenkt ab von den hübschen, italienischen Blusen und Hemden, die in dem kleinen Verkaufsraum gezeigt werden. Unweigerlich wandert der Blick über die Schaufensterpuppen an den Wänden. Noch riecht alles ganz neu: Erst vor Kurzem hatte Nara Camicie Eröffnungsfeier.

Die Philosophie des Designerlabels Nara Camicie ist kurz erklärt. Italien ist weltweit bekannt für seine Modedesigner, für Gucci, Armani oder Prada. Nur: Diese Marken sind kaum bezahlbar. „Wir brauchen etwas Neues, Schönes, weniger Teures, das sich die Leute auch leisten können“, sagte Walter Annaratone – und gründete 1984 das Label Nara Camicie. Und: Annaratone hat gehalten, was er versprach. Das Label steht heute für hübsche und außergewöhnliche Hemden und Blusen, die tatsächlich nur zwischen 39 und 99 Euro kosten.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nara Camicie wird inzwischen nicht nur in Italien in über 220 Läden verkauft. Man findet die Oberbekleidung der renommierten Marke zudem in über 140 Shops auf der ganzen Welt. Mit dem Laden am Potsdamer Platz ist die Berliner Modewelt also in jedem Fall reicher geworden. Und: Gleichzeitig hängt sie damit die übrigen Modestädte in Deutschland ab. Denn bisher war das Label bundesweit nur vereinzelt in größeren Kaufhäusern zu haben. Nara Camicie in den Potsdamer Platz Arkaden ist der einzige Shop in Deutschland. Und damit auch der einzige, der wie weltweit alle Läden der Marke im Metalllook eingerichtet ist.

Das Bummeln durch den Shop macht Spaß. Man sieht einfarbige Hemden und Blusen, die aus edlem, ganz schlichtem oder effektvoll in sich gemustertem Material gefertigt sind. Die Schnitte sind sorgfältig genäht, die Button-Down-Hemden zum Beispiel hochwertig verarbeitet. Vor allem aber die Individualität und das außergewöhnliche Detail machen die Exklusivität der Blusen und Hemden aus.

Wunderschön zum Beispiel ist die weiße, mit großen Blumen bestickte Bluse, die eine Frühlingswiese auf Baumwolle zaubert, die ganz fein gestrickte, sportliche Bluse mit den kurzen Armen in hellblau-weiß oder das aus romantisch weißer Lochstickerei zusammengesetzte Oberteil. Wie die Blusenform variiert auch die Ärmellänge von kurz über mittellang bis hin zu langen, weit schwingenden Trompetenformen.

Frische, helle Farben sind in dieser Saison angesagt, Pastelltöne in Rosa und Hellblau, oder ein kräftiges Hellgrün für die Frau. Und: Auch der Mann trägt neben Weiß oder Schwarz, Schwarzweiß oder Weißschwarz auch Pastell, einfarbig oder mit feinen Streifen. Das italienische Label hat außerdem schicke, leicht schimmernde Stehkragenhemden im Programm. Die Kollektionen wechseln alle drei bis vier Monate. Selbst sehr erfolgreiche Stücke werden dann nicht weiter produziert, so dass ständig etwas Neues entsteht und die Exklusivität der Stücke erhalten bleibt.

Nicht nur das Design kommt übrigens aus Italien. Die Blusen und Hemden werden zum Großteil auch im venezianischen Santa di Sala und im lombardischen Codogno hergestellt.

Das die Boutique mit einer relativ kleinen Fläche auskommt, hat einen Grund: „Die Leute fühlen sich in kleineren Läden wohler, die Hemmschwelle hineinzugehen ist geringer“, sagt Steve Mannheim.

Das internationale Publikum am Potsdamer Platz wird zeigen, ob er recht behält.

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