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Wenn es draußen grünt und sprießt, heißt es nichts wie raus in die Natur – in gemütliche Hängematten, nostalgische Korbsessel, maritime Deckchairs oder romantische Gartenhäuser. Wer das Designerhäuschen „Walden“ sieht, ist erst einmal überrascht. Schaut es doch aus, als wäre eine vergrößerte Streichholzschachtel im Grünen gelandet. Mit einer Höhe von 386 cm,

einer Länge von 650 cm und einer Tiefe von nur 110 cm könnte man in der Tat an der Statik zweifeln. Doch das bezaubernde

Objekt, das nach der berühmten kleinen Blockhütte des amerikanischen Naturphilosophen und Schriftstellers Henry David

Thoreau (1817-1862) in Massachusetts benannt wurde, steht sicher und wie für die Ewigkeit inmitten der Natur. Gestaltet wurde es von Nils Holger Moormann, der in Süddeutschland eine der renommierten deutschen Designschmieden betreibt (www.moormann.de).

Auf der letzten Internationalen Möbelmesse in Köln war

„Walden“ eine kleine Sensation. Das aus unbehandelter Lärche gefertigte Haus sieht zwar eher schlicht aus, ist aber so funktional wie ein High-Tech-Campingwagen. So lässt sich aus seiner Seite eine Feuerstelle ausziehen. Im Obergeschoss kann man – wenn auch auf kleinem Raum – eine Schlafstatt einrichten und unter einem geöffneten Schiebedach träumen. Und schließlich gibt es auch einen Hochsitz, eine Koje mit Tisch und ausreichend Stauraum für jede Art von Outdoor-Utensilien. Für den kleinen Garten ist dieses Naturobjekt allerdings weniger geeignet als für den großen privaten Park oder einfach für die freie Natur irgendwo auf dem Lande.

Eine ganz andere Art von Naturverbundenheit kultiviert man in diesem Jahr bei der deutschen Firma Dedon (www.dedon.de). Das Unternehmen brachte bereits vor über 15 Jahren die innovative, extrem strapazierfähige Kunststofffaser Hularo auf den Markt. Aus diesem eleganten, wetterbeständigen Material entstehen seitdem gleichermaßen avantgardistische wie klassisch- schlichte Outdoor-Möbel. Besonders ungewöhnlich ist in diesem Jahr der mondäne Zweisitzer „Yin Yang“ aus der „Signature

Collection“, der gerade mit dem renommierten „Red Dot Award: Best of the Best“ ausgezeichnet wurde. „Yin Yang“ besteht aus zwei Sesseln, deren Formen organisch-sanft geschwungen sind und sich wie die Symbole Yin und Yang harmonisch zu einem Kreis zusammenschieben lassen. Entworfen wurde das Möbel von dem Designer Nicolas Thomkins.

Eine fantastische Neuheit hat in diesem Jahr der vornehme

italienische Hersteller Emu (www.emu.it) auf den Markt

gebracht: die hauchdünnen Drahtstühle „Heaven“ des französischen Designstars Jean-Marie Massaud. Von Emu werden aber auch klassische Eisenstühle gefertigt, wie sie schon in den öffentlichen Parkanlagen des 19. Jahrhunderts standen. Oder Stühle aus Aluminium, dem Material der rasanten Moderne. „Open“ nennt sich zum Beispiel der elegant mit Leder bezogene Aluminiumstuhl, dessen coole Optik bestens zum kalten Martini eines James Bond passen würde. Eher exotisch-sinnlich sind die

verträumten Korbmöbel des italienischen Herstellers. Das

Model „Yucca“ etwa sieht wie ein Südseetraum aus und macht weite Fernreisen geradezu überflüssig.

Eine eher robuste Gartenmöblierung bietet die schwedische Firma Asplund (www.asplund.org). „Outdoor Air“ ist eine

Kombination aus Tisch und Bank. Sie ist zwar weniger für

mondäne Sommerfeste geeignet, dafür aber ähnlich praktisch und alltagstauglich wie eine bayrische Brotzeitbank, auf der man mit Familie und Freunden beisammen sitzen kann. Wer es eher

klassisch mag, sollte im Stil englischer Landschaftsgärten bei der weißen Bank bleiben. Die Firma Garpa bietet diverse Holzbänke in traditionellen Formen an (www.garpa.de).

Knallbunt wird es im Garten mit einem Klassiker der anderen Art: dem eleganten „Altorfer Liegestuhl“, der heute Kultstatus genießt und wegen

seiner Bespannung aus bunten Plastikschnüren – wahlweise in Gelb, Hellblau, Rot, Schwarz oder Weiß – auch „Spaghettistuhl“ genannt wird.

Seitdem H. Altorfer diesen robusten und kinderleicht zusammenklappbaren Rohrgestellstuhl 1949 entwarf, wird er von der Schweizer Traditionsfirma Embru produziert (www.embru.ch). Im Jahr 1964 wurde der Liegestuhl von Max Bill, dem

Designpapst der Nachkriegsmoderne, mit der

Auszeichnung „Gute Form“ prämiert – die man ihm zweifellos heute noch ansieht.

Das englische Designunternehmen Habitat (www.habitat.de) überschreibt die diesjährige

Gartensaison schließlich mit dem Slogan:

„Draußen zu leben, ist ein herrliches Experiment – die Rückkehr zu den einfachen Freuden des

Lebens“. Schaut man sich die gemütlichen Gartenmöbel der aktuellen Kollektion an, bekommt man in der Tat Lust auf solche Experimente: zum

Beispiel indem sommerlich-sonnige Tage ganz

entspannt in der Hängematte verschaukelt werden.

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