Zeitung Heute : Nacktheit: Was dem Baby gut tut

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Nackt wird der Mensch geboren und diesen Zustand versucht das Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) in den ersten Lebensmonaten eines Kindes fortzuführen: PEKiP ist eine "Entwicklungsbegleitung für Eltern und ihr Kind von der 6. Lebenswoche bis zum 1. Lebensjahr", bei der Eltern mit ihren Kindern spielen. Abgehalten werden PEKiP-Kurse in einem warmen Raum, in dem Matten auf dem Boden liegen: Dort, so die Idee, "bewegen sich die nackten Säuglinge spontan und intensiv. Sie haben Hautkontakt zu den Eltern, weinen weniger und sind insgesamt zufriedener." Die Eltern sollen dabei die Verhaltensmuster ihres Kindes besser kennen lernen, den Kindern werden erste soziale Kontakte ermöglicht.

Das PEKiP-Programm geht auf Jaroslav Koch zurück, der in den 50er und 60er Jahren als Kinderpsychologe am Prager "Institut für Mutter und Kind" geforscht hat. Koch war der Ansicht, dass Kleinkinder zu sehr in ihrem natürlichem Bewegungsdrang eingeschränkt, durch Kleidung und Windeln eingeengt werden. Er entwickelte ein Spiel- und Bewegungsprogramm, das die Sinneswahrnehmungen der Kleinkinder stärken soll. Entscheidend beim PEKiP ist, dass die Kinder nackt sind, dass sie fremde Körper spüren und so auch ihren eigenen Körper besser kennen lernen.

In Deutschland gibt es inzwischen etwa 2000 ausgebildete PEKiP-Gruppenleiter. Kurse werden von Volkshochschulen, Gesundheitsämtern, Familienbildungsstätten, aber auch privat angeboten und dauern in der Regel 90 Minuten.

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