Zeitung Heute : Nadine Krüger

Reges Treiben an einem warmen Montagmorgen. Fredi Bobic huscht vorbei, ein Kameramann eilt hinterher. Durch die marmorne Eingangshalle vom Sat.1 Sendezentrum in Mitte. In bequemen Ledersesseln warten wir auf Nadine Krüger. Die Moderatorin steckt noch in der Konferenz. Schlagartig geht die Sonne auf. Die blonde Powerfrau steht vor uns.

Nadine Krüger sorgt beim Sat.1 Frühstücksfernsehen für gute Laune in den frühen Morgenstunden. Einhundertfünfzig Minuten lang bringt die quirlige Berlinerin Frühaufsteher in Schwung. Ihr Tag im Studio beginnt um halb vier: Maske, Recherche, Themenvorbereitung. Wochentags führt sie von fünf Uhr dreißig bis acht Uhr als Vollzeitmoderatorin an der Seite von Karen Heinrichs durch die Fernsehsendung. Schlafforscher diagnostizieren einen täglichen Mini-Jetlag. Soeben erreicht uns eine freudige Nachricht: Sie wechselt ihre Schicht. Von acht bis zehn Uhr moderiert Nadine in Zukunft an der Seite von Simone Panteleit. Immerhin eine Stunde länger schlafen. Die nächste Themenkonferenz ist am frühen Abend, bis dahin schenkt sie uns ihre kostbaren freien Stunden. Verschnaufpause im Quchnia (1) - das ist ein Ritual nach jeder Sendung. Frühstück und Themenbesprechung mit ihren Kollegen. Freudestrahlend begrüßt uns Inhaber Arkadiusz. Seit zwei Jahren betreibt er das Quchnia unter dem Leitsatz: Kaffee, Brot und Kultur. Köstliche Biobrote mit einfallsreichen Pasten wie Garnelen-Mango-Curry, Thunfisch-Kapern oder Iyvar-Tomate. Nadine lobt den afrikanischen Schokokuchen. Ein kulinarischer und kultureller Hochgenuss. Diskussionsrunden mit Menschen aus Literatur, Film, Musik und Politik. Zudem ein DVD-Shop mit Spielfilm- und Märchenklassikern der DEFA beispielsweise. Charmantes urgemütliches Ambiente. Die Einrichtung ähnelt Nadines Zuhause. Viel Holz, Steine, lederne Sitzgelegenheiten und ein Kamin. Nordischer Stil. „Mein zweites Wohnzimmer.“ Die bezaubernde Blonde weckt die Lebensgeister nicht nur mit ihrem attraktiven Äußeren. Sie sprudelt vor Ideenreichtum, serviert uns Vorschlag um Vorschlag. Voller Elan versprüht sie Lust und Laune auf unseren gemeinsamen Bummel. Vom Quchnia laufen wir über den Gendarmenmarkt zum Konzerthaus (2). Auf den warmen Stufen genießt sie die schöne Aussicht, und ihre Mittagspause. Picknicken vorm Schauspielhaus. Menschen beobachten auf ihrem Weg zur Arbeit. Businessleute eilen vorbei, Spatzen picken Brotkrumen aus ihrer Hand. Nach der kleinen Auszeit, wird geshoppt. The Corner (3). Mehr als ein Laden - ein Erlebnis. Internationales Flair. Auf großzügigen 750 Quadratmetern und drei Ebenen schwelgen wir in exklusiver Mode von Victor & Rolf, Stella McCartney, Burberry oder Balenciaga, blättern durch internationale Magazine, Foto- und Kunstbücher. Nadine liebt Bildbände, Bücher über Bäume und Kulturwunder. Kosmetik, Schmuck, Musik und Möbel entdecken wir auch. Integriert eine stilvolle Bar. Das Personal: höflich und schön - wie alles hier. Ist David Beckham in der Stadt, vertreibt sich Ehefrau Victoria in The Corner ihre Zeit. Auch im Interieurladen Kokon (4) findet Nadine stets etwas Schickes. Das Lifestylehaus bietet Wohntextilien, Accessoires, Möbel, Asiatika und Antikes. Qualitätsbewusst, zeitlos, trendunabhängig. Den Laden kennt sie noch aus ihrer Zeit bei Premiere in München. „Da erstreckt er sich über drei Etagen.“ Nadine liebt es zu Hause gemütlich, mischt moderne Sachen mit Antikem.

Den Trubel lassen wir hinter uns. An einem wunderbaren Kleinod finden wir Ruhe. Ein verwunschener alter Baum (5) unterhalb der Brücke über den Landwehrkanal am Werderschen Markt. Umgeben von Marstall, Auswärtiges Amt, Deutsche Staatsoper und Zeughaus. Ein hüfthohes Törchen öffnet den Weg. Stahltreppen führen hinab in die idyllische Abgeschiedenheit. Eine kleine Oase mitten in der Großstadt. An dem alten Baum lehnt ein Angler. Auch Nadine angelt hobbymäßig, meist mit ihrem Partner Philip Leonhardt. Eine Entenfamilie mit sechs Jungen schwimmt vorbei, begutachtet das Berliner Wassertaxi „Sunshine“ an der Anlegestelle gegenüber. Ein lauschiges Plätzchen. Ideal zum heimlichen Knutschen in der Mittagspause. Philip ist eine starke Konstante in ihrem Leben. Seit fast sieben Jahren sind sie zusammen. Die quirlige Berlinerin schließt eine Hochzeit nicht aus, doch wartet sie auf einen Antrag - ganz altmodisch. Spontan zum Heiratsantrag entschlossen, aber kein Geld dabei für den Brillantring? Abhilfe schafft der Kwikshop (6). Eheringstempel gibt’s aus dem Schaufenster heraus zu kaufen. Uralte Handbälle aus Leder, Schaltertapete, Lampen, Taschen, Gummistiefel, eine Geburtstagskerzenkette oder eine Frottekleidungkollektion. Ein netter Stöberladen mit Tourianspruch. „Meine Stullendose ist von hier, die erinnert mich an meine Schulzeit.“ Wir sind hungrig. Im Oberwasser (7) zaubert die Köchin ausgezeichnete Hausmannskost. Sie ist Wirtin, Chefin und Kellnerin in einem. „Mutti kocht selber, macht alles ganz allein, mit sehr viel Liebe.“ Das dauert. Zeit und Muße muss man mitbringen. Heimelig wirkt das große Esszimmer mit Kirchenbänken, Sofas, alten Tischen, Bildern und einem Klavier. Nadine achtet auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung. Vor Kurzem ist ihr Kochbuch „Meine leichte und schnelle Küche“ erschienen. 120 Rezepte auf 224 Seiten. Je verkauftes Exemplar geht ein Euro an das Berliner Berufsausbildungszentrum für SOS-Kinderdörfer. Frisches Obst holen wir uns im Asia Lebensmittelladen (8). Um die Ecke wohnt Justus, der Bruder von ihrem Freund. Ein kurzer Zwischenstopp, denn Justus hütet Balou. Ihren elfjährigen Golden Retriever. Frisch geschoren sieht er aus wie ein Baby-Hündchen. „Gestern hat Balou seinen Sommerhaarschnitt bekommen.“ Der goldige Hund ist pflegeleicht, und hört sogar auf uns. Bewegung ist wichtig, nicht nur für Balou. Nadine radelt regelmäßig mit ihrem Beachcruiser durch die Gegend. Im Aloha Berlin (9) stehen Cruiser, Chopper und Tandem-Cruiser. Der nette Inhaber erkennt die Moderatorin und witzelt gleich drauf los. Im Laden bastelt eine junge Frau raumeinnehmend an ihrem Longboard, direkt vorm Eingang schraubt ein junger Typ an seinem Rad. Nadines Hündchen hoppelt aufgeregt zwischen den bunten Beachcruisern hin und her. Sympathisches Chaos - drinnen wie draußen.

Balous Lieblingsplätzchen ist der Mauerpark (10). Sonntags darf er auf der Wiese spielen und herumtollen, während Nadine über den Flohmarkt schlendert. Ein beliebter Szenetreff. Drumherum Plätze zum Liegen und Entspannen. Ein aus Granitstein gebautes Amphitheater verziert mit farbenfrohen Graffitis. Rhythmische Trommelklänge. Gespielt wird Federball, Frisbee, Basketball oder Fußball. Nadine ist ein großer Fußballfan, für den FC Bayern München schlägt ihr Herz. Über Philipp Lahms vorzeitige Vertragsverlängerung bei Bayern um drei weitere Jahre freut sie sich. Gemeinsam mit ihrem Freund organisierte sie zur letzten Fußball-WM ein großes Fest im Hinterhof. Auch zur Europameisterschaft gibt’s Public Viewing. Gemütlich mit Kinderfest und Grillen. Nadine freut sich auf eine spannende Fußball-EM - und das Drunherum. Ihre EM-Prognose? „Deutschland gegen Italien im Finale - da haben wir noch eine Rechung offen.“ Ein Ausscheiden von Deutschland im Halbfinale wäre ihr Alptraum.

Sophie Guggenberger

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