Zeitung Heute : Nadja, toujours

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Ein Tagebuch, ein Bericht, ein Essay, eine Erzählung: Es gibt nicht viele Bücher, die zwischen allen Genres irrlichtern wie André Bretons "Nadja". Es gibt aber auch nicht viele Figuren, die ganz Idee sind und zugleich ganz physische Gestalt. Und obwohl das geheimnisvolle Einverständnis des Erzählers mit einem Wesen, dessen Name buchstäblich Hoffnung bedeutet, sich nicht zu einer Liebesgeschichte auswächst, verlieren die Grenzen der eigenen Person nach und nach Kontur. Bretons surrealistische Zentralschrift erscheint jetzt nach der vom Autor 1963 revidierten Ausgabe neu übersetzt in der Bibliothek Suhrkamp - mit allen zugehörigen Fotos und Zeichnungen. Sie machen "Nadja" zu einem Typ Buch, dessen anhaltende Faszinationskraft über jede Kanonisierung hinausreicht. In seinem Nachwort untersucht Karl Heinz Bohrer den "Plötzlichkeitsmodus" des Nadja-Erlebnisses und dessen "irritierenden Detailismus" als surrealistische Eigenheiten.

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