Zeitung Heute : Nägelkauen

Der Tagesspiegel

Wann wird Nägelkauen zum Problem?

Bisweilen kauen Kinder an ihren Fingernägeln, manchmal auch Erwachsene. Oft handelt es sich nur um eine schlechte Angewohnheit. Es können aber auch Probleme dahinterstecken. Vorsicht ist geboten, wenn bei exzessivem Kauen die Nägel weit abgebissen werden. Das verletzte Nagelbett kann anschwellen und sich entzünden. Das tut weh und ist eine Art von Selbstverletzung.

Wie kommt es zum Nägelkauen?

Sicher ist, dass Kinder, die in Schwierigkeiten stecken, eher an Nägeln kauen, als solche, die keine Probleme haben. Das Kauen beginnt oft zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr, erreicht mit etwa zwölf Jahren den Höhepunkt, bevor es meist im Jugendalter verschwindet.

Wie wird Nägelkauen ausgelöst?

Oft ist Stress der Auslöser. Nägelbeißen kann dann entlasten und beruhigen. Belastende Situationen sind beispielsweise die Geburt eines Geschwisterchens, Scheidung der Eltern, Krankenhausaufenthalte oder Schulschwierigkeiten. Nägelkauen kann dann ein Signal sein, dass die Belastung zu groß wird.

Was kann man dagegen unternehmen?

Eltern sollten das Notsignal des Kindes nicht übersehen. Falsch ist es, mit dem Kind zu schimpfen oder es zu bestrafen. Wichtig ist es, sich Zeit zu nehmen, um die Ursachen herauszufinden. Oft können die Eltern mit Geduld und Zuneigung das Vertrauen des Kindes gewinnen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bleibt es beim übermäßigen Kauen, sollte man psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Manchmal ist eine Familientherapie sinnvoll. pja

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