Zeitung Heute : Napster als Plattform für Nazi-Musik: Bertelsmann: Missbrauch der Musikbörse

Die Musikbörse Napster hat sich laut einem Bericht des NDR zu einer zentralen Plattform für den Austausch rechtsextremer Musik im Internet entwickelt. Zu dieser Einschätzung komme der niedersächsische Verfassungsschutz. Ein Verfassungsschutz-Sprecher sagte, bei Napster würden alle indizierten und strafbewährten Titel getauscht. Die Tauschbörse habe dafür gesorgt, dass Neonazis ungestört ihre zu Mordtaten aufrufende Musik verbreiten könnten. Für die Strafverfolgungsbehörden werde es immer schwieriger, die Hintermänner der Neonazi-Musik zu identifizieren.

Napster ist strategischer Partner des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann. Ein Sprecher der Bertelsmann E-commerce-Gruppe erklärte, das Unternehmen sei sich bewusst, dass bei Napster Titel getauscht würden, die zumindest nach demokratischem Grundverständnis nicht veröffentlicht werden sollten. Napster sei allerdings nur eine technologische Plattform, die keine inhaltliche Prüfung vornehme. Ob eine neue Napster-Software die Möglichkeit bieten werde, Titel zu klassifizieren, sei nicht abzusehen. "Wir distanzieren uns von diesem Missbrauch der Musik als demagogisches Instrument zur Verbreitung von Gewalt und Hass", sagte CEO Andreas Schmidt.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!