Naturkatastrophen : Hunderte tot, Tausende verschüttet

Erdbeben, Tsunami, Taifun: In Indonesien, auf Samoa und den Philippinen wird dringend Hilfe gebraucht.

D. Kestenholz[I. Müller] Bangkok[I. Müller] A. Kögel[Berlin]
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Überlebende. Eine Frau trägt ein Kind durch die Überreste der Stadt Padang auf der indonesischen Insel Sumatra, die durch ein...EPA

Eine Serie von Naturkatastrophen innerhalb weniger Tage hat Teile Asiens erschüttert und vermutlich weit über tausend Menschenleben gefordert. Einen Tag nach den Naturkatastrophen in Indonesien und im Südpazifik war das Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar. Katastrophenhelfer berichteten dem Tagesspiegel von chaotischen Zuständen. Auf der von zwei Erdbeben heimgesuchten indonesischen Insel Sumatra sind nach der Bergung von 770 Toten noch mehrere tausend Menschen verschüttet. Nach Einschätzung der UN kamen mindestens 1100 Menschen ums Leben. Die indonesische Regierung ordnete den Einsatz der Armee an und bat eindringlich um internationale Unterstützung. Auch auf den Samoa-Inseln, wo der Tsunami mindestens 150 Menschen das Leben gekostet hat, wird erst in Wochen das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar sein. Auf die Philippinen bewegt sich ein weiterer Taifun zu.

Die Bundesregierung drückte Indonesien ihre „tiefe Anteilnahme“ aus und sicherte Hilfe zu. Kanzlerin Angela Merkel bot in einem Telefonat mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono Hilfe an. Merkel verwies darauf, dass Deutschland bereits eine Million Euro Soforthilfe für die Opfer bereitgestellt und die Entsendung von THW-Mitarbeitern angeboten habe.

„In Padang ist alles dunkel, die einzige Beleuchtung auf der Straße sind Autolichter“, berichtete der Katastrophenhelfer der Caritas, Fabian Tritschler, dem Tagesspiegel aus der Provinzhauptstadt auf Sumatra. Der Flughafen sei völlig überfüllt, die Menschen versuchten zu fliehen. „Je näher man der Stadt kommt, desto mehr Gebäude sind zerstört.“ Auch sehr große Gebäude seien ineinander zusammengerutscht. „Viele Menschen sind auf der Straße, sie haben Strohmatten ausgebreitet“ – für ein Nachtlager möglichst weit weg von Gebäuden oder dem, was davon übrig sei. „Die Tankstellen sind völlig überfüllt. Allein an einer drängten sich gut 500 Menschen, um Sprit zu bekommen.“ Während der Bergungsarbeiten erschütterte am Donnerstag ein weiterer Erdstoß die Insel. Nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision sind von den Folgen des Erdbebens auf Sumatra mehr als eine halbe Million Menschen betroffen. Nach Auskunft der Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes, Svenja Koch, „macht sich jetzt bezahlt, dass das Deutsche Rote Kreuz nach dem Tsunami von 2004 ein eigenes Lager in Kuala Lumpur eingerichtet hat“. Von dort aus erreiche die Hilfe die Menschen jetzt sehr schnell. Obgleich derzeit weltweit mehrere Krisenregionen von Naturkatastrophen betroffen sind, rechnet das DRK mit einer hohen Spendenbereitschaft der Deutschen. „Die Menschen geben Geld, trotz der Wirtschaftskrise.“

Nach dem Tsunami auf den Samoa-Inseln trafen dort die ersten Hilfslieferungen ein. Gerichtsmediziner aus Neuseeland sollen bei der Identifizierung von Toten helfen. Der Ministerpräsident von Samoa, Tuilaepa Sailele, sagte: „In einigen Dörfern ist kein Haus stehen geblieben.“ Die Bevölkerung der Philippinen blickt unterdessen mit Sorge dem Taifun „Parma“ entgegen, der sich auf den Inselstaat zubewegt. Dabei erholen sich die Philippinen erst von den Folgen des Taifuns „Ketsana“, der am Samstag über Manila hinwegzog und anschließend auch in Vietnam und Kambodscha schwere Schäden anrichtete. In den drei Ländern kamen 386 Menschen ums Leben.

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