Zeitung Heute : Netzwerk für Generationen

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Ohne Informatik geht in modernen Zoos nichts mehr. Auch sie arbeiten heute weltweit als ein Netzwerk. Um den Aufgaben, beispielsweise dem Artenschutz und der Forschung gerecht zu werden, müssen Zoos die Mittel der Datenspeicherung und -übertragung einsetzen.

So gibt es Dutzende von Tierarten, die in der freien Wildbahn vom Aussterben bedroht sind. Denn der Im- und Export dieser Tiere ist seit vielen Jahren durch internationale Gesetze kontrolliert beziehungsweise untersagt. Die Zoos müssen also möglicherweise auch in Jahrzehnten noch unabhängig von Wildtieren sein und den Bestand der Arten durch Züchtung gemeinsam managen. Anders als im landwirtschaftlichen Nutzbetrieb wird bei der ZooZüchtung darauf geachtet, dass Wildtierarten das bleiben, was sie sind – keine domestizierten Tiere. Um das zu erreichen, führen Zoos Zuchtbücher. So beherbergen beispielsweise viele europäische Zoos mittlerweile Eisbären aus dem Rostocker Zoo. Aber es gibt auch Tierarten, die es nicht mehr gäbe, wenn nicht die weltweit koordinierten Zuchtprojekte durchgeführt würden. Das gilt für das Wisent genauso wie für die winzige Portulaschnecke oder die bereits als ausgestorben geltenden mexikanischen Socorro-Tauben. Sie werden im Zoo Frankfurt gezüchtet und später im früheren Verbreitungsgebiet ausgewildert.

Für ein optimales Management ist eine gut funktionierende, globale Datenbank unverzichtbar. So gibt es seit 1974 eine internationale Zoodatenbank, in die 630 Zoos aus über 70 Ländern die Daten ihrer Tiere eingeben. Doch diese Datenbank enthält hauptsächlich nur Basisinformationen und wird zentral von ISIS (International Species Information System) verwaltet. Insgesamt sind Informationen über zwei Millionen Tiere in 10 000 Arten gespeichert.

Die aktuelle Software ist jedoch völlig veraltet und kann den Bedürfnissen der modernen Zoos nicht mehr gerecht werden. Seit einigen Jahren ist ISIS in Zusammenarbeit mit Vertretern von Zoos und Aquarien mit dem Aufbau einer neuen, globalen Datenbank beschäftigt: ZIMS, dem Zoological Information Management System. Wenn ZIMS webfähig ist, wird die Möglichkeit bestehen, nicht nur Basisinformationen abzufragen, sondern auch veterinärmedizinische Daten, wie Krankengeschichten, Informationen zu Krankheiten, deren Symptome und Behandlungsmethoden. Auch Bilder, Videos oder Angaben zur Haltung bestimmter Tierarten stehen dann virtuell zur Verfügung. W.H.

Weiteres im Internet:

www.isis.org

www.zoodirektoren.de

www.waza.org

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