Zeitung Heute : Neue Arbeitsplätze: Drei neue und zehn modernisierte Berufe

Helga Ballauf

Arbeit ohne Computer? Das kommt so gut wie in keiner Branche mehr vor. Neue Qualifikationen sind auch bei der "Kundenorientierung" erforderlich. Um diesen Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden, wurden zum 1. August die Ausbildungsordnungen für zehn Berufe modernisiert, drei neue kamen hinzu.

Aber nicht nur Kundenorientierung und Computerwissen wurden bei der Entwicklung der neuen Berufsbilder berücksichtigt. Die Azubis in dem neuen Ausbildungsberuf Bühnenmalerei und Bühnenplastik beispielsweise lernen während der dreijährigen Lehrzeit, Bühnen oder Szenenbilder zu gestalten. Je nach Ausbildungsbetrieb arbeiten sie mit an Theater-, Opern-, Musical-, Film-, Fernseh- oder Showproduktionen. Ein weiteres Aufgabenfeld sind dekorative Malereien und Plastiken für Ausstellungen, Messen oder Werbeproduktionen. Im zweiten Ausbildungsschritt vertiefen sie ganz bestimmte Fähigkeiten. So müssen beispielsweise die "Maler" wissen, wie sie die gewünschten Farbschattierungen auf die jeweilige Beleuchtung abstimmen. Die "Plastiker" kennen sich bei Klebe- und Verbindungstechniken aus.

Die beiden weiteren neuen Ausbildungsberufe sind die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik sowie die Fachkraft für Wasserwirtschaft. Hier geht es unter anderem um das Planen, Entwerfen und Konstruieren von Verkehrswegen oder wasserwirtschaftlichen Bauwerken sowie um das Erstellen von planungs-, bau- und umweltrechtlichen Unterlagen.

Als Fachangestellter für Medien- und Informationdienste konnte man sich bisher schon auf die Arbeitsfelder Archiv, Bibliothek, Information und Dokumentation sowie Bildagentur spezialisieren. Jetzt kommt der Umgang mit digitalisierten Krankenakten und ärztlichen Befunden dazu - die Ausbildung in der Fachrichtung Medizinische Dokumentation. Ziel ist es, je nach Ausbildungsort, die Verwaltung von Patientendaten zu vereinfachen und durch die schnelle und umfassende Weitergabe von Daten unnötige Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden. Außerdem geht es um die Dokumentation klinischer Studien etwa über die Wirkung von Arzneimitteln oder von bestimmten Therapien.

Zwei Drittel des Stoffs, den die Fachangestellten während der dreijährigen Ausbildung lernen, ist für alle Fachrichtungen gleich. Auf diese Weise kann man später leichter die Arbeitsstelle wechseln und beispielsweise mal im Verlag und mal in der Klinik den digitalisierten Informationsbestand pflegen.

Die weiteren Berufe mit moderner Ausbildungsordnung sind: Biologielaborant, Chemielaborant, Lacklaborant, Drucker, Siebdrucker, Bootsbauer, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Gerüstbauer und Glastechniker.

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