Zeitung Heute : Neue Bücher: Ewiges Leben

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"Mia Ziemann wollte wissen, wie man sich an einem Sterbelager kleidete. Im Netz riet man ihr zu Schlichtheit und Aufrichtigkeit. Mia war eine vierundneunzigjährige kalifornische Medizinökonomin, während der Todkranke, Martin Warshaw, vor vierundsiebzig Jahren auf dem College ihr Geliebter gewesen war."

Der uralte Menschheitstraum: Am Ende des 21. Jahrhunderts ist das Alter kein Thema mehr. Die medizinische Forschung lässt Hundertjährige in technisch aufwändige Jungbrunnen springen, das soziale und ökologische Paradies auf Erden scheint nun endlich gekommen. Doch wenn der Amerikaner Bruce Sterling, einer der renommiertesten Science-Fiction-Autoren ("Spiegelschatten", "Schismatrix", "Inseln im Netz"), in die Zukunft blickt, kommt dann alles andere als eine Neufassung von "Schöne neue Welt" heraus.

Denn der Sieg über Krankheiten, Kriege und Alterungsprozesse muss mit einem sehr hohen Preis bezahlt werden. Wo Menschen immer älter werden, geht dies auf Kosten der Jugend. Reichtum, Einfluss und öffentliches Ansehen bleibt nun den Alten, den Gerontokraten, vorbehalten. Und auch um deren Freiheit steht es in einer Gesellschaft, die ihre Regeln vollends dem Verdikt des Jungbleibens unterstellt hat, nicht zum Allerbesten.

Und das Schlimmste: Bruce Sterlings Visionen in "Heiliges Feuer" erscheinen durchaus real.

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