Zeitung Heute : Neue Hoffnung für Arbeitslose

Jobcenter haben mehr zu bieten als noch vor einem Jahr: Unternehmen melden zusätzliche Arbeitsgelegenheiten an

Alexander Visser

Gegen Ende des Winters verzeichnet die Arbeitsagentur traditionell die höchsten Arbeitslosenzahlen. So ist auch im Februar 2006 die Zahl der Arbeitslosen in der Region im Vergleich zum Januar nochmals gestiegen. In Berlin und Brandenburg waren im Februar insgesamt 570 600 Arbeitslose gemeldet, 313 600 davon in der Hauptstadt. Für Berlin ist das ein Plus von 1451 gegenüber dem Januar. Verglichen mit dem Februar 2005 sieht es ein bisschen besser aus, damals waren noch 17 871 Menschen mehr ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote liegt mit 18,7 Prozent um 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Einige Wirtschaftsbereiche waren besonders stark von Arbeitsplatzabbau betroffen: In der Öffentlichen Verwaltung gingen 3600 Stellen verloren, fast ebenso viele in der Bauwirtschaft und dem verarbeitenden Gewerbe. Einen Zuwachs von knapp 200 Stellen gab es im Gastgewerbe, im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung entstanden 100 neue Jobs.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den offenen Stellen. Im Februar gingen bei der Arbeitsagentur 11 300 neue Stellenangebote ein, fast 2000 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren 24 200 offene Stellen gemeldet, das waren fast 15 000 mehr als im Februar 2005.

„Wie schon in den Vormonaten entstehen die meisten neuen Stellen im Dienstleistungsbereich, während in der Industrie nach wie vor abgebaut wird“, sagt Olaf Möller, Sprecher der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg. Die meisten Neuzugänge verzeichnet der Bereich „Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen“. Das sind zum Beispiel Finanzdienstleister, Werbeagenturen, Sicherheitsfirmen oder Softwaredienstleister. Hier gibt es derzeit über 6200 offene Stellen.

Verbände, die sich wegen der Nähe zur Politik in der Hauptstadt ballen, haben derzeit rund 5500 Arbeitsplätze zu vergeben. Auf den ersten Blick erscheint auch das Gesundheits- und Sozialwesen ein Jobmotor zu sein, fast 2700 stellen sind dort derzeit unbesetzt. „Darunter sind allerdings viele Ein-Euro-Jobs, die häufig in Altenheimen oder sozialen Einrichtungen entstehen“, sagt Möller.

Für März rechnet Möller mit einer leichten Belebung. „Aber eine wirkliche Trendwende kann erst kommen, wenn die Konjunktur weiter anzieht. Erfahrungsgemäß schlägt sich das erst nach einem halben Jahr auf den Arbeitsmarkt nieder, also frühestens in der zweiten Jahreshälfte.“

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