IDEAS4LIFE

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Neue Ideen für die vernetzte Welt : Davos in Potsdam
Claudine Hengstenberg

Den Po wieder nur halb runter gekriegt während der Kniebeugen? Und bei den Sit-ups ein bisschen mit Kopf und Armen nachgeholfen? Demnächst könnte das strenge Smartphone da intervenieren. „Sie haben diese Übung deutlich zu schnell ausgeführt. Am besten gleich nochmal.“ „LifeHub“ nennen die Gründer der Firma Ideas4Life, Sebastian Meyer, Danilo Schmidt und Friedrich Politz, ihre Software. Das Programm soll eine Echtzeitkontrolle über die korrekte Ausführung von Fitnessübungen ermöglichen. „Wir machen selbst viel Sport oder gehen ins Fitnessstudio“, erzählt Sebastian Meyer. „Dabei haben wir oft gesehen, dass Übungen komplett falsch ausgeführt werden. LifeHub soll da Abhilfe schaffen.“

Das Smartphone mit seiner hochsensiblen Sensorik eignet sich dafür hervorragend. Schon jetzt können die Geräte ihre Position im Raum auf den Millimeter genau wahrnehmen. In Kombination mit dem LifeHub-Programm könnten sie kleinste Erschütterung mit den Bewegungsabläufen einer bestimmten Übung abgleichen. Und natürlich auch den vorab festgelegten Trainingsplan überwachen. Voraussetzung ist nur, dass der Nutzer das Smartphone während der Übungen am Körper trägt. „Dazu braucht man keine spezielle Vorrichtung, eine kleine Tragetasche zum Umschnallen reicht aus“, so Meyer. Wer die nicht zur Hand hat, kann sich das Smartphone notfalls einfach auf den Bauch legen oder in den Hosenbund stecken. „Wir wollen den Sport ja nicht unnötig technisch kompliziert machen. Im Gegenteil: LifeHub soll die Nutzer durch schnelles, konstruktives Feedback zusätzlich motivieren.“

Für ihre Idee, die sich auch im Bereich therapeutische Gymnastik anwenden ließe, sind die drei Studenten aus Berlin und Potsdam in diesem Jahr schon mehrfach ausgezeichnet worden. Bei einem der größten internationalen Technologie-Wettbewerbe, dem Microsoft Image Cup, belegten sie unter den deutschen Einreichungen einen beachtlichen dritten Platz. Vor wenigen Wochen schafften sie es beim Businessplan-Wettbewerb des Hasso-Plattner-Instituts auf Platz zwei. Jetzt fehlt nur noch ein Investor oder ein Existenzgründerstipendium. „Wir sind jedenfalls wild entschlossen, LifeHub erst als App und später auch in einer breiteren Version auf den Markt zu bringen“, sagt Meyer.

Astrid Herbold

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