MOBEELIZER

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Neue Ideen für die vernetzte Welt : Davos in Potsdam
Claudine Hengstenberg

Marcin Perlak hat Erfahrung mit Start-ups. Seine erste Firma gründete der 34-jährige IT-Manager aus Krakau schon während des Studiums. Nach einem erfolgreichen Verkauf baute er dann „qcadoo“ auf, ein Unternehmen, das sich auf Softwarelösungen für industrielle Produktionsprozesse spezialisiert hat.

Parallel entstand die Idee, mit einer Business-Synchronisierungssoftware namens Mobeelizer den Big Playern wie Microsoft oder Apple Konkurrenz zu machen. Vereinfacht gesagt geht es darum, dass Dateien und Daten auf Firmenservern immer auf dem neusten Stand sind, egal wer wie wann auf sie zugreift. In der Praxis ist das äußerst schwer umzusetzen, vor allem wenn Mitarbeiter auf ihren mobilen Endgeräten nicht permanent online arbeiten können. Oder wenn mehrere Nutzer zeitgleich an denselben Daten Veränderungen vornehmen. Schnell entsteht dann Verwirrung in der Cloud, kursieren unvollständige Datensätze, kollidieren unterschiedliche Dateiversionen.

Mobeelizer sortiert das Chaos. „Alle anfallenden Synchronisierungsprozesse können über unser Programm gemanagt werden. Und zwar so, dass die einzelnen Nutzer selbst keine IT-Spezialisten sein müssen.“ Das kleine Start-up aus Polen stößt damit in einen großen Wachstumsmarkt vor. Denn um mobile Datensynchronisation kommen schon mittelständische Unternehmen kaum noch herum. „Bislang sind solche Programme allerdings wahnsinnig teuer und sehr kompliziert zu implementieren“, erklärt Perlak. „Wir wollten eine einfachere und schnellere Lösung anbieten, bei der unsere Kunden lediglich eine monatliche Nutzungsgebühr zahlen.“

Zwei Investoren konnte Perlak von seiner Geschäftsidee überzeugen, mit 200000 Euro Startkapital ging Mobeelizer letztes Jahr in die Entwicklungsphase. Dass seine Firma auf dem internationalen Markt gute Chancen hat, davon ist der Gründer und Geschäftsführer überzeugt. Zwar gibt es Dutzende anderer Anbieter, aber die meisten sind auf bestimmte Geräte oder Betriebssysteme festgelegt. „Unser Programm funktioniert dagegen schon jetzt für iOS und Android. Und bald auch für Windows Phone und Blackberry.“ Dreihundert Unternehmen, so Perlak, nutzen mittlerweile die Mobeelizer-Betaversion, „mit einem knappen Dutzend davon stehen wir bereits in engerer Verhandlung“.

Astrid Herbold

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