Zeitung Heute : Neue Studien: Internet - Ja. Technologie - Nein, Danke

Rita Neubauer

Zwei Studien machten diese Wochen Schlagzeilen in Silicon Valley: Die Mehrzahl der Internet-Nutzer ist inzwischen weiblich, und junge Frauen sind immer weniger an Computerwissenschaften als Studienfach interessiert. Nach einer Untersuchung von Media Metrix und Jupiter Communications stieg die Zahl der "Surferinnen" im ersten Quartal dieses Jahres auf 50,4 Prozent. Das erste Mal, dass Frauen im dem anfänglich von Männern dominierten Medium die Führung übernehmen. Vor allem die Zahl der Teenager auf dem Web nahm dank spezieller Webseiten wie Gurl.com kräftig zu.

Während Frauen Einkäufe online erledigen, sich über Gesundheitstips informieren und Portals wie AOL und Yahoo in Scharen frequentieren, sind sie an der Hard- und Software jedoch kaum interessiert. Nach einer Untersuchung besetzen Frauen nur 20 Prozent aller Jobs in der US-Informationstechnologie.

Nur 28 Prozent der Universitätsabschlüsse in Computerwissenschaften gehen an Frauen, nur elf Prozent werden als Ingenieure ausgebildet - Tendenz fallend. Mit ein Problem sei, so die Studie, dass Mädchen schon in frühem Alter ihr Bild über Technologie formen. Computerfanatiker gelten als langweilig und verschroben. Hacker als böse, und Technology generell als wenig sexy. Diesen Trend umkehren wollen die Frauen selbst. So plant Veronica Boaz von Women in Technology International ein interaktives Online-Programm, mit dem Unternehmen ihr Betriebsklima abklopfen können. Weniger Computerwissenschaftlerinnen in der Zukunft bedeutet insgesamt weniger Auswahl im ausgedünnten Arbeitsmarkt. Nach Schätzungen werden bis zum Jahr 2008 5,3 Millionen Jobs in der IT-Industrie hinzukommen - darunter viele Jobs, die ohne mehr Partizipation von Frauen unbesetzt bleiben.

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