Zeitung Heute : Neue Technik für den Heizungskeller

Hausbesitzer atmen auf: Der Ölpreis ist wieder gesunken, und einige Energieversorger haben angekündigt, dass Gas etwas günstiger wird. Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Energie wegen der Endlichkeit fossiler Energieträger in Zukunft immer teurer wird. Darauf stellt sich auch die Heizungsbranche mit neuen Entwicklungen ein.

„In den Entwicklungslaboren der Heizgerätehersteller wird an möglichen alternativen Anlagenkonzepten gearbeitet, die mehr Energie aus Brennstoffen herausholen“, sagt Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) in Hamburg. Auch ökologische Gesichtspunkte spielten angesichts der drohenden Klimakatastrophe bei derartigen Projekten eine Rolle.  „Stand der Technik bei Öl- und Gasheizungen sind Brennwertkessel.“ Mit einer Energieausnutzung von nahezu 100 Prozent erfüllten Brennwertgeräte bereits die Anforderung höchstmöglicher Effizienz. Durch die Einbindung regenerativer Energieträger könne eine solche Heizungsanlage optimiert werden.

Als Innovation werden die stromerzeugenden Heizungen in Einfamilienhäuser Einzug halten. „Marktgängig sind heute schon kleine Blockheizwerke, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen“, sagt Thorsten Formanski von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch in Essen.

Mini-Blockheizkraftwerke funktionieren nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Ihre Funktionsweise lässt sich mit der des Autos erklären. Beim Auto treibt der Motor das Fahrzeug an und liefert auch Wärme für die Heizung. Genauso passiert dies bei motorbetriebenen Miniblockheizwerken. „In großen Mehrfamilienhäusern rechnet sich bereits heute der Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken“, erläutert Formanski. Zukünftig werden aber auch Anlagen verfügbar sein, die als stromerzeugende Heizungen für das Einfamilienhaus geeignet sind. Diese Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie werde bereits in zahlreichen Feldversuchen erprobt. Die Marktgängigkeit dieser Anlagen werde in zwei oder drei Jahren erwartet.

Auch an der Technik der Wärmepumpe wird weitergeforscht. Heizungswärme wird bei der Wärmepumpe nicht durch Verbrennung, sondern durch Entzug der in der Luft, im Wasser oder im Erdreich gespeicherten Sonnenwärme gewonnen.   Mit Strom betriebene Wärmepumpen sind umstritten. Die Hersteller arbeiten nach Auskunft von Fack und Formanski an der Entwicklung von Gas- und Ölwärmepumpen. Solche Pumpen nutzen Umweltwärme und statt Strom Erdgas oder Öl als Primärenergie. dpa

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