Zeitung Heute : Neue Vorwürfe gegen Wulff

Egon Geerkens offenbar doch selbst Kreditgeber.

Berlin - Das Geld für den umstrittenen Immobilien-Kredit für Bundespräsident Christian Wulff kam womöglich doch von dem Unternehmer Egon Geerkens selbst. Der „Spiegel“ zitierte Geerkens in einer Vorabmeldung mit den Worten, er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff über den Kredit geführt, der damals niedersächsischer Ministerpräsident war. Die Zahlung des Darlehens sei dann zwar über ein Konto seiner Frau erfolgt, für dieses Konto habe er jedoch eine Vollmacht. Seine Frau habe in die Ehe, in der Gütertrennung vereinbart sei, „kein nennenswertes Vermögen“ eingebracht.

Wulff blieb bei seiner Darstellung. Den Hauskredit habe Frau Geerkens gewährt. Die Sparkasse Osnabrück habe „bestätigt, dass der Scheck der Deutschen Bundesbank, der dem beurkundenden Notar zur Verfügung gestellt wurde, aus dem Konto von Frau Edith Geerkens gedeckt wurde“, teilte Rechtsanwalt Gernot Lehr mit. Der Vertrag über das Privatdarlehen sei mit der Ehefrau des Unternehmers geschlossen worden. „Die Eheleute Wulff leisteten alle vereinbarten Zinszahlungen auf das Konto von Frau Edith Geerkens.“ Wulff habe zu keinem Zeitpunkt Anlass gehabt, „daran zu zweifeln, dass die Darlehenssumme – wie bei der Vereinbarung des Darlehens beschrieben – aus dem Vermögen von Frau Edith Geerkens stammt“.

Wulff hatte zuvor erklärt, er habe eine Anfrage der Grünen im niedersächsischen Landtag 2010 über Geschäftsbeziehungen zwischen ihm und Egon Geerkens korrekt verneint. Der „Spiegel“ zitiert jedoch den 67-jährigen Geerkens mit den Worten, er selbst habe sich überlegt, „wie das Geschäft abgewickelt werden könnte“. Ihm sei wichtig gewesen, dass sein Name und der Wulffs nicht öffentlich auftauchten. Daher sei ein anonymer Bundesbankscheck ausgestellt und an Wulff übermittelt worden, damit dieser ihn einlösen konnte. Die Rückzahlung des Darlehens sei 2010 auf ein gemeinsames Konto des Ehepaars Geerkens geflossen. SPD, Grüne und Linke in Niedersachsen setzten eine Sondersitzung des Ältestenrats des Landtags am Dienstag durch. Tsp

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