Zeitung Heute : Neuer Mazda6 auf Erfolg programmiert

Ingo Dahlern

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch. "Platz da für Mazda!" hieß es vor zwei Jahrzehnten, als die japanische Marke aus Hiroshima sich auf dem deutschen Markt so richtig breit machte. Neben dem kompakten 323 war es vor allem der 626, mit dem man zu einem der erfolgreichsten Fernost-Importeure wurde. Um 1990 setzte man allein vom 626 bei uns mehr als 40 000 Fahrzeuge ab - Zahlen, von denen man angesichts der auf ein gutes Viertel dieser Werte gesunkener Verkaufszahlen in der Mittelklasse bei Mazda derzeit nur noch träumen kann.

Doch es soll wieder besser werden - vor allem auch in der Mittelklasse. Dabei setzt man große Erwartungen in den neuen Mazda6, der an die Stelle des 626 tritt - nicht als ein direkter Nachfolger, sondern als völlige Neukonstruktion. Und die ist in ihren Dimensionen ein durchaus respektables Auto, misst 4,68 Meter in der Länge, 1,78 Meter in der Breite und 1,44 Meter in der Höhe und bietet zwischen den 2,68 Meter voneiender entfernten Achsen viel Platz nicht nur für Fahrer und Beifahrer, sondern auch für die Hinterbänkler und mit 500 Liter zugleich einen für diese Klasse recht voluminösen Kofferraum. Im Unterschied zu manchem Konkurrenten, zu denen aus jüngster Zeit der ebenfalls aus Fernost stammende Nissan Primera mit seinem sehr eigenwilligen Design zählt, setzt der Mazda6 auf eine zwar moderne, trotzdem aber am Mainstream orientierte Optik. Den wichtigsten Markenakzent setzt dabei die Fahrzeugfront mit dem typischen Fünfpunkt-Grill, der von schlanken Scheinwerfern in Klarglas-Optik flankiert wird. Die gesamte Linie wirkt durchaus dynamisch und auch die Heckleuchten übernehmen den Stil der Scheinwerfer.

Dynamisch wie das Äußere gibt sich auch der Innenraum des Mazda6. Was hier auf den ersten Blick auffällt, sind Material- und Verarbeitungsqualität der hier eingesetzten Werkstoffe. Störte bei früheren Modellen zu oft ein allzu einfacher Plastik-Look, so stellt sich das Interieur nun ausgesprochen hochwertig und zugleich geschmackvoll dar. Sportlich funktional zeigt sich das Lenkrad und sehr ansprechend sind die chromumrandeten Rundinstrumente sowie die Mittelkonsole im Titanlook. Und besonders gut gefallen beim ersten Kennenlernen haben die ordentlich konturierten recht straffen Sitze, die auch bei zügiger Kurvenfahrt guten Seitenhalt vermitteln.

Und den braucht man, wenn man den Mazda6 auf gewundenen Landstraßen einmal richtig herausfordert. Vor allem dann, wenn unter der Motorhaube das neue Spitzenaggregat arbeitet - ein 2,3-Liter-Vierzylinder mit Vierventiltechnik und variabler Ventilsteuerung, der 122 kW (166 PS) leistet. 207 Nm stellt er als höchstes Drehmoment bei 4000/min bereit und mit nur 8,9 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 214 km/h ist der 2,3-Liter nicht nur anzugsstark und schnell, sondern, wie sich bei flotten Überholmanövern immer wieder zeigte, auch erfreulich elastisch. Besonders gut gefallen hat bei den ersten Probekilometern auch, wie leise diese Maschine ihre Arbeit tut, sowohl bei hohen Drehzahlen, als auch im Leerlauf, wo es leicht passiert, dass man überhaupt nicht merkt, dass die Maschine läuft.

Doch wenn auch das Spitzentriebwerk besonders gut gefällt - ordentlich motorisiert ist der Mazda6 auch mit den etwas kleineren Motoren. Das ist als Einstiegsaggregat der 1,8-Liter mit einer Leistung von 88 kW (120 PS), der den Spurt auf Tempo 100 binnen 10,7 Sekunden und maximal Tempo 197 erlaubt und der 2,0-Liter mit einer Leistung von 104 kW (141 PS), der binnen 9,7 Sekunden Tempo 100 und maximal 208 km/h erreicht - ein Motor übrigens, der sehr gut mit der wahlweise für ihn angebotenen Viergang-Automatik harmoniert.

Solche Fahrleistungen stellen hohe Ansprüche an das Fahrwerk. Und auch hier kann der neue Mazda6 kräftig Pluspunkte sammeln. Denn die doppelten Querlenker vorn und die aufwändige Mehrlenkerachse hinten lassen den Mazda6 problemlos den Lenkkomandos seines Piloten folgen, der auch bei flotter Kurvenfahrt keine Probleme hat, dieses Auto sicher im Griff zu behalten. Zugegeben, besonders das Spitzenmodell ist recht straff, aber trotzdem nicht hart und unkomfortabel. Und jederzeit guten Straßenkontakt vermittelt die elektrohydraulische Servolenkung, deren Unterstüzung drehzahlabhängig variiert. Gebremst wird mit Scheiben rundum und unterstützt durch ein ABS mit elektronischer Brems-kraftverteilung und einen Bremsassistenten.

Eine ansprechende Optik, eine hohe Material- und Verarbeitungsqualität und insbesondere überzeugende Fahreigenschaften - der Mazda6 bringt gute Voraussetzungen mit, trotz der nicht gerade kleinen Konkurrenz in der Mittelklasse erfolgreich zu sein. Wozu sicher auch die bereits beim erfreulich preiswerten Basismodell - der Einstiegspreis liegt bei 19 700 Euro - sehr umfangreiche Komfortausstattung beiträgt. Und durchaus komplett bis hin zur Fahrdynamikregelung - die ist Serie beim Topmodell und als Option auch für die anderen Varianten verfügbar - ist auch die Sicherheitsausstattung. So gibt es für alle Versionen des Mazda6 neben zweistufigen Airbags für Fahrer und Beifahrer und einem abschaltbaren Beifahrerairbag Seitenairbags vorn und Kopfairbags vorn und hinten. Während die 1,8- und 2,0-Liter-Modelle auf 15-Zoll-Rädern stehen, glänzt die Top-Version mit 17-Zoll-Alurädern im Fünfspeichen-Design und auch Xenon-Scheinwerfer und ein aufwändiges Bose-

Soundsystem einschließlich Sechsfach-CD-Wechsler sind Serienausstattung.

Daten auf einen Blick

Karosserie: Viertürige Stufenhecklimousine.

Maße/Gewichte: 4,68 m lang, 1,78 m breit, 1,44 m hoch, Radstand 2,68 m, Leergewicht 1345-1415 kg, Zuladung 470-490 kg, Kofferraum 500 l, Tankinhalt 64 l.

Antrieb: Vierzylinder-Benziner mit Vierventiltechnik und 1,8 Liter,2,0 Liter und 2,3 Liter und Leistungen von 88, 104 und 122 kW (120, 141 und 166 PS), Fünfgang-Getriebe, beim 2,0-Liter als Option auch eine Viergang-Automatik, Frontantrieb., Abgasnorm EU4 für alle Motoren (mit Automatik EU3).

Fahrwerk: Einzelradaufhängung vorn mit Doppelquerlenkern, hinten Mehrlenkerachse, Schraubenfedern, Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, vier Scheibenbremsen, ABS mit elektronischer Brems-kraftverteilung, Bremsassistent. Fahrdynamikregelung DSC mit Traktionskontrolle TCS (Serienausstattung für 2,3-Liter).

Fahrleistungen: 8,9-10,7 s von Null auf Tempo 100, 197-214 km/h.

Verbrauch: Durchschnittlich 8,3-8,9 l/100 km.

Preise: 19700 Euro (1.8 Basis), 21250 Euro (2.0 Basis), 20900 Euro (1.8 mittlere Version) und 22450 Euro (2.0 mittlere Version) sowie 25610 Euro (2.3 Topversion).

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