Neues vom Planeten MODE : Boss in Aspik

Grit Thönnissen über die Kunst des Geldausgebens

Grit Thönnissen

Bei Hugo Boss geht es oft ums Drumherum – oder anders gesagt: ums Geldausgeben. Auch am Donnerstag schien die Modenschau, mit der die Berlin Fashion Week dann so richtig eröffnet wurde, nur der Anlass zu sein, um möglichst viel Prominenz zu einer großen Sause einzuladen. Konsequenterweise wurden die Gäste gleich nach der Schau über den Laufsteg durchs Brandenburger Tor durch ein Spalier von in roten Overalls gekleideten Statisten mit roten Leuchtstäben zur Russischen Botschaft geleitet. Schließlich ist Rot sowohl die Markenfarbe von Hugo als auch die des Kommunismus. Sowjetfolklore gab es in den bunt ausgeleuchteten Raumfluchten in Hülle und Fülle. Ein Kosakenchor begrüßte die Gäste. Im Foyer fiedelte eine Gruppe Krim-Musikanten. Auf den spiegelbildlich in zwei Sälen angeordneten Buffets servierte der hauseigene Küchenchef Valerij Kuprijanov Piroggen, ganze Ferkel mit Gürkchen, Barsch in Aspik und Schwarzbrot mit Kaviar.

Die Schauspielerin Christina Ricci, die mit ihrer unauffällig aussehenden Schwester schon bei der Schau in der ersten Reihe saß, schaute sich staunend den pompösen Stuck mit Motiven aus der sowjetischen Arbeitswelt an, und Rupert Everett ließ sich bereitwillig von aufgeregten Gästen fotografieren. Über die Mode wurde übrigens an diesem Abend nicht mehr viel gesprochen: Dafür sorgte der angebotene Wodka.

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