Zeitung Heute : Neugier erwünscht

Auf der „Einstieg Abi“ informieren mehr als 250 Aussteller über Jobs und den Weg dahin

Anke Sprenger

Der viel beschworene „Ernst des Lebens“ beginnt für viele Schüler und Schülerinnen spätestens dann, wenn sie sich darüber Gedanken machen, was nach dem Abitur kommt – und wer dann noch keine klare Vorstellung davon hat, welchen Beruf er lernen möchte, kann sich angesichts der Fülle an beruflichen Möglichkeiten schnell überfordert fühlen. Soll man keine Zeit verschenken und so schnell wie möglich einen Studienabschluss anstreben? Und wenn ja, welchen? Oder ist eine Ausbildung vielleicht doch die bessere Alternative? Wer sich solche Fragen noch nicht eindeutig beantworten kann, ist am kommenden Wochenende vielleicht in den Messehallen ganz gut aufgehoben. Dort findet nämlich am Freitag und Samstag die Abiturienten-Messe „Einstieg Abi“ statt, deren erklärtes Ziel es ist, die berufliche Orientierung zu erleichtern.

„Wir wollen neue Anregungen liefern“, sagt Melanie Walkenbach, die Projektleiterin der „Einstieg Abi“. „Auf der Messe kann man sich umfassend über Studien- und Ausbildungswege sowie Auslandsaufenthalte informieren – und das kompakt an einem Ort.“ Die Messe richtet sich an Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Und die sollen auf der Messe selbst aktiv werden: Neugierige Fragen und Eigeninitiative sind ausdrücklich erwünscht.

Ansprechpartner sind mehr als 250 Unternehmen und Hochschulen aus dem In- und Ausland sowie private Bildungsträger. So kann man zum Beispiel erfahren, welche Berufsausbildungs- und -einstiegsmöglichkeiten Unternehmen wie die Deutsche Bank AG, der Verlag Gruner + Jahr und die Daimler-Chrysler AG bieten – und, was sie von den Bewerbern erwarten. Über Bildungsangebote im Bereich Wirtschaft und Recht kann man sich unter anderem an den Ständen der Bucerius Law School aus Hamburg und der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin informieren. Auch für kreative Köpfe ist Interessantes dabei: Der Berufsverband Deutscher Schauspieler, die Universität der Künste Berlin sowie die Design Akademie Berlin informieren über Chancen in den „schöpferischen Berufen“.

Im persönlichen Gespräch mit den Ausstellern können die Besucher alle Fragen klären, die ihnen wichtig sind. Damit bekommen sie die Informationen über die Berufs- und Ausbildungswelt direkt aus erster Hand; nämlich von den Experten der Unternehmen und Hochschulen. Gerade das sei das Besondere an der Messe, sagt Melanie Walkenbach. „Die Schulabgänger können ihre Fragen direkt der Person stellen, die für Ausbildung in einem Unternehmen verantwortlich ist.“ Einige Unternehmen bringen auch Azubis mit, die dann aus ihrer Perspektive über die Arbeit im Unternehmen berichten. An den Ständen der Universitäten sind Studienberater vor Ort, die bei Fragen zu Studienwünschen Rede und Antwort stehen.

Zusätzlich zu den Infos der Aussteller gibt es rund 90 Workshops, Vorträge und Talkrunden. In ihnen soll über Branchentrends und Perspektiven sowie über Eindrücke aus dem Berufsalltag diskutiert werden. Themenschwerpunkte sind hier unter anderem die Berufsfelder „Medien“, „Informationstechnologie“ und „Werbung, PR, Kommunikation“. Auch zu dem aktuellen Thema „Bachelor und Master – oder doch lieber Staatsexamen, Diplom, Magister? “ findet am Samstag eine Talkrunde statt. Sie wird von der Tagesspiegel-Redakteurin Dorothee Nolte moderiert.

Bei dieser Vielzahl von Angeboten empfiehlt es sich, den Messebesuch vorzubereiten. Dafür hat der Veranstalter, die Einstieg GmbH, zwei neue Online-Tools (unter www.einstieg.com) entwickelt: Mit dem interaktiven „Messeplaner“ kann der Besucher die Angebote vorab gezielt nach Fachrichtungen, Abschluss- und Ausbildungsarten durchsuchen und sich die persönliche Ergebnisliste mit den interessanten Firmen und Hochschulen bequem ausdrucken. So können die zukünftigen Studierenden oder Auszubildenden den Messebesuch nach ihren individuellen Interessen gestalten und detailliert planen. Über den „Messekontakter“ kann im Vorfeld der Messe ein fester Gesprächstermin mit einem Aussteller vereinbart werden.

Interessant für Besucher, die schon wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen wollen, ist der „Ausbildungsmarkt“ im Eingangsbereich der Halle 1. Dort bieten die Aussteller direkt auf der Messe ihre noch freien Ausbildungs- und Praktikumsplätze an: Wer seine Bewerbungsunterlagen dabei hat, kann sie direkt am Messestand abgeben.

Für Schüler, die noch gar nicht wissen, was sie machen wollen, hat die Agentur für Arbeit eine „Beratungsinsel“ eingerichtet: Hier werden generelle Fragen zur Studien- und Ausbildungswahl beantwortet, und wer möchte, kann einen Termin für ein 30-minütiges Beratungsgespräch ausmachen.

Ursprünglich kommt die „Einstieg Abi“ aus Köln, dort öffnete sie im März 2001 zum ersten Mal mit 173 Ausstellern ihre Pforten. Wegen der positiven Resonanz wächst die Zahl der Aussteller stetig: In Berlin, wo die Messe jetzt zum dritten Mal stattfindet, präsentierten im letzten Jahr noch 220 Aussteller ihre Angebote auf der Messe.

Im Juni diesen Jahres kam Karlsruhe als weiterer Standort hinzu, so dass die Messe mittlerweile drei Mal jährlich – in Köln, Karlsruhe und Berlin – stattfindet. „Berlin als Hauptstadt lockt auch viele internationale Aussteller an – deshalb sind hier besonders viele Unis aus anderen Ländern dabei, zum Beispiel aus England, den Niederlanden und sogar aus Australien“, sagt Melanie Walkenbach. Zu den Messeterminen in Berlin reisten bisher aber auch immer viele Besucher aus anderen Bundesländern an, so dass in den Messehallen 1 und 3 mit großem Andrang gerechnet werden kann. Wer ausführliche Infos will, sollte also früh genug aufstehen.

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