Zeitung Heute : Neuigkeiten am Linux-Himmel

MAAARKUS RIMSCHA

Der Markt für Linux wächst permanent.Neben mittleren und großen Unternehmen, die sich eigene EDV-Abteilungen mit Spezialisten leisten können, entdecken immer mehr kleine Betriebe und Privatleute die Vorteile des freien UNIX-Betriebssystems für PCs.Jedes Gerücht, das über Windows in Umlauf gerät, wie beispielsweise die Frage, ob es künftig als Abonnement vertrieben und jährlich bezahlt werden soll, vergrößert die Fan-Gemeinde von Linux.

Grundsätzlich ist Linux ein freies und damit kostenloses System.Lediglich die Vertreiber der unterschiedlichen Distributionen verlangen für die Zusammenstellung der CDs sowie für die Erstellung der teilweise recht umfangreichen Handbücher ihren Preis.Trotzdem kosten die gängigen Linux-Pakete meist unter 100 Mark.Der deutliche Preisvorteil spricht für sich.

Die Änderungen und Neuigkeiten, die sich in den Paketen finden, verbessern meist die komfortable Handhabung sowie die Hardwareunterstützung des Systems, außerdem werden immer umfangreichere Software-Pakete integriert.Was haben die aktuellen Distributionen dieses Betriebssystems also zu bieten ?

Gängige Linux-Pakete, die auch für den Einsteiger geeignet sind, sind die Version von Red Hat (www.redhat.com) für 30 Mark sowie die deutsche Distribution von SuSe (www.suse.de) für 98 Mark.Eine gewisse Verwirrung stiften die verschiedenen Versionsnummern.Während jede Distribution ihre eigene Numerierung hat, ist dadurch nichts über das eigentliche System gesagt.Wichtig ist hier hauptsächlich der sogenannte "Kernel", der Kern von Linux.In den aktuellen Ausgaben Red Hat 5.2 und SuSe 6.0 ist jeweils die Version 2.0.36 enthalten, die als äußerst stabil und ausgereift gilt, wobei in der Welt von UNIX allgemein sehr hohe Ansprüche an die Stabilität gestellt und auch erfüllt werden.Angekündigt ist jedoch bereits die Version 2.2.Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger werden hauptsächlich für Profis ins Gewicht fallen.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Einrichtung eines Linux-Systems.Hier sind die üblichen Distributionen mit sehr leistungsfähigen Installations-Werkzeugen ausgestattet, der Anwender muß keine kryptischen Kommandozeilen mehr tippen.Von der Selektion der zu unterstützenden Hardware bis zur Einrichtung neuer Benutzer, die ihren eigenen Arbeitsbereich erhalten sollen, wird alles über Oberflächen erledigt, die immer komfortabler in der Handhabung werden.Furchterregende Aktivitäten, wie etwa "den Kernel neu zu compilieren", werden weitestgehend automatisiert oder zumindest hinter übersichtlichen Menüs versteckt.Auch bezüglich der zu installierenden Anwendungsprogramme werden recht gute Werkzeuge angeboten, ferner ist die Standard-Konfiguration meist überzeugend.Zur Konfiguration der grafischen Oberfläche X-Windows stellt SuSe jetzt ein eigens entwickeltes Installationsprogramm zur Verfügung.

Ein wesentlicher Bestandteil aller Distributionen ist neben dem eigentlichen Betriebssystem die mitgelieferte Software, die dafür sorgt, daß die Pakete mehrere CDs umfassen.Die grafische Benutzeroberfläche X-Windows, mittlerweile mit der neuen KDE-Oberfläche, der Internet-Browser Netscape Navigator sowie verschiedene Grafikprogramme wie Gimp gehören zum Standard.Daneben sind eine Fülle verschiedener Programmiersprachen sowie das legendäre Satzsystem TeX enthalten.

Eine weitere wesentliche Neuerung ist der Umstieg auf die Bibliothek "glibc".Während der Anwender von solchen Interna meist lieber nichts wissen möchte und auch kaum direkte Auswirkungen spürt, ist es trotzdem sehr wichtig, um das Vorhandensein dieser Technik zu wissen.Viele Anwendungsprogramme werden wohl in nächster Zukunft an diesen Standard angepaßt und mittelfristig nur noch auf Systemen zu übersetzen sein, die die glibc-Technik unterstützen.

Auch die Hardware macht Linux-Anwendern immer weniger Sorgen.Die Zeiten, in denen lediglich mit professionellen Komponenten gearbeitet werden konnte, sind längst vorbei.Verschiedenste Festplatten oder CD-ROMs werden erkannt.Während die schnellen AGP-Grafikkarten bereits weitestgehend unterstützt werden, kommt nun auch das Arbeiten mit 3D-Grafikkarten voran, wenn Linux auch nach wie vor eine Arbeits- und keine Spieloberfläche darstellt.Wer eigene CDs brennen möchte, wird ebenfalls nicht im Stich gelassen, wenn auch hier Wert auf ein professionelles SCSI-System gelegt wird.Auch die Verwendung verschiedenster Drucker stellt meist keine Schwierigkeit dar, falls es sich nicht gerade um ein spezielles Windows-GDI-Gerät handelt.Lediglich Scanner, die allgemein nicht einfach zu installieren sind, machen hin und wieder Probleme.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar