Zeitung Heute : New Economy meldet sich zurück

Der Tagesspiegel

Nachdem sich die Kongressmesse Internet World Berlin bereits im letzten Jahr verstärkt um die so genannte Old Economy bemüht hatte, um den Ausstellerschwund auf Seiten der jungen Internet-Firmen auszugleichen, hat der Veranstalter ComMunic für die diesjährige Veranstaltung in Berlin (4. bis 6. Juni auf dem Gelände der Messe Berlin) weitere Partnerveranstaltungen ins Boot geholt. Parallel zum Hauptevent der Internet World finden in diesem Jahr neben der Streaming Media Germany, die bereits 2001 dabei war, auch noch die Mobile World, die Call Center Trends sowie die Ispcon/Aspcon statt, wie ComMunic-Geschäftsführerin Michaela Voltenauer am Dienstag in Berlin sagte. Auch das Kongressprogramm wurde erweitert, um die Trends in den neuen Messebereichen aufzugreifen.

Allerdings kann auch die thematische Ausweitung nicht den gesamten Einbruch in den IT-Märkten und besonders in der New Economy ausgleichen. Rund ein Drittel der Firmen aus der Start-up-Szene, die noch vor zwei Jahren auf der Internet World vertreten waren, existieren inzwischen nicht mehr. Für die Internet World 2002 rechnet Voltenauer mit einem Rückgang der Ausstellerzahlen um 15 bis 20 Prozent. Im Vorjahr hatte die Messe noch 900 Aussteller gezählt. Um den Abwärtstrend zu stoppen, wurden zum einen verstärkt Aussteller aus dem Bereich der Old Economy geworben. Zum anderen wird der Charakter der Veranstaltung als Fachmesse verstärkt betont. In diesem Zusammenhang wird es in diesem Jahr keinen kostenlosen Messebesuch bei Vorregistrierung mehr geben, sondern nur noch einen 50-prozentigen Rabatt.

Zu den Wachstumssparten der Messe gehören Content Management Systeme, IT-Sicherheit sowie das Thema E-Learning. Der gesamte Bereich E-Commerce sei demgegenüber stark zurückgegangen. Gute Zukunftsaussichten sieht Voltenauer auch für die Partnerveranstaltung Mobile World, weniger beim erst im Aufbau befindlichen Mobilfunkstandard UMTS als vielmehr in den bereits existierenden Drahtlos-Techniken. So zeigen BMW und DaimlerChrysler ihre Entwicklungen von mobilen Büros.

Für den parallel stattfindenden Kongress haben 200 Referenten aus Europa, den USA und Japan zugesagt. Über die Perspektiven der Internet-Wirtschaft diskutieren unter anderem Erwin Staudt von IBM, Paulus Neef von Pixelpark und Burkhard Graßmann von T-Online. Daneben werden Experten in verschiedenen Keynotes über ihre Erfahrungen berichten, unter anderem Lawrence Lux als Chef von Playboy Online. Kurt Sagatz

Die Veranstaltung im Netz:

www.internetworld-messe.de

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