Zeitung Heute : New York Times nennt die Täter eine „Gang“

Der Tagesspiegel

Ein Ereignis von Ostersonntag wirft einen Schatten auf Berlin: „2 Jewish Americans are attacked in Berlin“ – die Schlagzeile in der „International Herald Tribune“ springt ins Auge. Der Bericht über die Angriffe auf die Juden aus New York auf dem Kurfürstendamm war dem Blatt einen vierspaltigen Artikel auf der Seite „Middle East“ wert. Der Vorfall, bei dem offenbar arabische Berliner die 21-Jährigen mit Bart und Schläfenlocken zu Boden schubsten und traten, wurde in US-Medien teils größer aufgemacht als hierzulande. „Berlin Gang Attacks 2 American Jews; Security Is Tightened“, texteten die Überschriften-Macher der „New York Times“ – und machten aus den nach Polizeiangaben „südländisch aussehenden Tätern“ gleich Gangmitglieder. „Bei der Attacke handelt es sich um den ersten antisemitischen Übergriff in Deutschland seit Beginn der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern vor 18 Monaten“, relativiert das Blatt.

Und die arabische Welt? Andrea Nüsse, für den Tagesspiegel in Jordanien, fand dazu nichts in den Zeitungen. „Bei uns ist heute Osterfeiertag, da gibt es gar keine Blätter“, sagt Shlomo Shpiro, der zwischen Tel Aviv und Jerusalem wohnt, aber lange auch in Berlin zu Hause war. „Ich persönlich denke, dass Berlin für Juden keinesfalls gefährlicher ist als jede andere Stadt in Europa.“ An welcher Uni genau er vielleicht einmal wieder in Berlin lehrt, will er aber besser doch nicht in der Zeitung veröffentlicht wissen. kög

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