Zeitung Heute : "newmedia.net berlinbrandenburg": Neues Netzwerk für die Internet-Branche

Henry Steinhau

Auf Initiative des Medienbüros Berlin-Brandenburg und unter Beteiligung von rund 20 Berliner und Brandenburger Unternehmen hat sich am Dienstag eine neue Wirtschaftsorganisation vorgestellt: die "newmedia.net berlinbrandenburg". Im Fokus sind 700 Internet- und New Media-Unternehmen, die 1999 einen Umsatz von etwa eine Milliarde Mark erwirtschafteten.

Der Verein soll die zentrale Kommunikationsplattform für den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Informationen in der digitalen Medienwirtschaft Berlins und Brandenburgs werden. "Eine Diesellok, die andere mitzieht", umschrieb Bernd Schiphorst auf einer Pressekonferenz den Ansatz, bereits vorhandene Internet-Vereine und New Media-Initiativen unter einem Dach zu vernetzen und deren Potenziale zu integrieren. So ist der Multimedia-Verein "Interface!Berlin" bereits als Gründungsmitglied dabei. Schiphorst ist Medienbeauftragter der Länder Berlin und Brandenburg und wird den Vorsitz des newmedia.net e.V. übernehmen. Im Vorstand sind fünf Firmenvertreter aus Berlin und Potsdam sowie einer vom Multimedia-Förderkreis Hamburg. Mit letzterem gibt es im Rahmen des Medientandems Berlin/Brandenburg-Hamburg eine Kooperationspartnerschaft.

Da der Hamburger Verein bereits seit drei Jahren recht erfolgreich arbeite, stelle er, so Bernd Schiphorst, "die Blaupause" für den Berlin-Brandenburger newmedia.net dar, um Berlin mit Vernetzung und Standort-Marketing in eine "weltweite Spitzenposition" zu bringen. Aufhänger soll dabei der bereits popularisierte Slogan der "Talente-Hauptstadt" (Capital of Talents) sein, der auf dem Potenzial von derzeit 15 000 Auszubildenden in den Medien- und IuK-Bereichen basiert.

Vom Verein geplant sind vierteljährliche "Online-Gipfel" - Branchen-Events über den Dächern der Stadt. Seminare, ein Informationsnetzwerk und Newsletter befinden sich bereits im Aufbau. Die Finanzierung erfolgt sowohl über Mitgliedsbeiträge - 150, 1500 beziehungsweise 2500 Euro im Jahr für Einzelmitglieder, Unternehmen beziehungsweise Konzerne - als auch durch Übernahme von "Sachkosten" durch die Industrie und Handelskammern der Länder sowie durch Sponsoring.

"Wir wollen das nur unter professionellen Bedingungen und mit gesicherter Finanzierung angehen", betonte Schiphorst und kündigte die mittelfristige Umwandlung des Vereins in eine Kapitalgesellschaft um, weshalb er mit Banken in Gesprächen sei.

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