Zeitung Heute : „Nicht alle anerkannten Schulen sind gut“

Foto: Privat
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Daniel Baruch ist Brite und lebt seit 23 Jahren in Deutschland. Mit seiner Sprachschulberatung „English in Britain“ hilft er seit 16 Jahren Eltern und Jugendlichen bei der Auswahl der optimalen Schule in Großbritannien und Irland. Baruch selbst unterrichtete viele Jahre in verschiedenen Unternehmen und Schulen Englisch.

Herr Baruch, Gastfamilie oder Internat – wo lernt man besser?

Kommt darauf an. Der große Vorteil der Gastfamilien liegt im zusätzlichen Kontakt zu Muttersprachlern und im Einblick in das Alltagsleben einer britischen Familie. Ich empfehle Schulen, die ihre Gastfamilien sehr sorgfältig auswählen. Diese Unterbringung ist preislich meist günstiger als Internate. Die wiederum zeichnen sich durch vielfältige Sport- und Freizeiteinrichtungen aus. Einen besonderen Reiz haben die altehrwürdigen, gut ausgestatteten Internate.

Was ist der größte Irrglaube über Sprachreisen?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man nur im englischen Süden „gutes“ Englisch lernt. Dabei kommt der Lerneffekt fast ausschließlich durch den Kontakt zu den Lehrkräften und den Gastfamilien, die überall ein klares Englisch sprechen.

Was macht Sie zu einem guten Berater für Sprachreisen nach England?

Ich habe im Laufe der letzten 16 Jahre 200 Sprachschulen in Großbritannien und Irland unter die Lupe genommen, manche mehrmals. Nur einen Teil davon kann ich guten Gewissens empfehlen. Die Atmosphäre, den Geist einer Schule kann man nur erkennen, wenn man dort gewesen ist. Sind die Lehrer zum Beispiel fest angestellt oder überwiegend aushilfsweise beschäftigt? Ein gutes Lehrerteam, das schon lange zusammenarbeitet, ist für mich wichtig. So etwas erfährt man nicht aus Katalogen oder dem Internet.

Wo liegen die Unterschiede? Man sollte doch meinen, dass Schulen, die beispielsweise vom British Council oder vom irischen Kultusministerium anerkannt sind, ein ordentliches Niveau haben.

Auch die anerkannten Schulen sind nicht alle gut. Einen Unterschied kann zum Beispiel die Klassenstärke machen: Je weniger Schüler, desto intensiver das Lernen. Auch ein gutes Freizeitangebot ist wichtig, interessante Ausflüge, Sportmöglichkeiten und Abendveranstaltungen.

Wo lernt man das beste Englisch?

In Großbritannien. Dort gibt es aufgrund der langen Sprachschultradition ein sehr breites Angebot an Sprachkursen. Man kann daher den verschiedensten Wünschen gerecht werden. So gibt es Sprachschulen mit Kursen für Kinder ab sieben Jahren genauso wie für die Altersgruppe 50 Plus. Außerdem etliche Kurskombinationen wie „Englisch und Reiten“ oder „Englisch und Fußball“.

Sie empfehlen die Provinz. Warum?

In weniger bekannten Orten sind gleiche Leistungen oft wesentlich preisgünstiger als zum Beispiel in Oxford. Und man findet auch leichter Gastfamilien, die bereit sind, auf Sonderwünsche wie etwa vegetarische Kost einzugehen.

Das Interview führte Anja Steinbuch.





Daniel Baruch

berät mit seiner Firma „English in Britain“

bei der Auswahl

der richtigen Sprachschule in Großbritannien und Irland.

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