Zeitung Heute : Nicht mit rechten Dingen?

Warum das Ergebnis der Haarprobe geheim bleibt

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Wenn die Haarprobe Michel Friedmans ein Beweis für seine Schuld oder für seine Unschuld sein soll, warum wird dann das Ergebnis der Öffentlichkeit vorenthalten? Vielleicht, weil schon die Rechtmäßigkeit der richterlichen Anordnung zur Entnahme einer solchen Haarprobe zweifelhaft ist.

Wäre Michel Friedman im Rausch zum Beispiel Auto gefahren und hätte er damit die Öffentlichkeit gefährdet, läge der Fall anders. Dann wäre eine Haarprobe – ähnlich einer Blutprobe bei Alkoholsündern – angezeigt. Dann nämlich würde das Ergebnis einer Haaruntersuchung helfen, eine Straftat zu ahnden. Der Konsum ist aber nicht strafbar.

Wenn die Polizei „szenetypische Päckchen mit Anhaftungen“ gefunden hat, ist der Besitz nachgewiesen, der Erwerb wahrscheinlich. Warum dann aber der Konsum per Haarprobe nachgewiesen werden soll, ist nicht nachvollziehbar, juristisch ist es irrelevant.

Wie umfassend die Öffentlichkeit durch die Berliner Staatsanwaltschaft unterrichtet wurde, ist ungewöhnlich. Auch bei Prominenten sind Berichte über Ermittlungsverfahren restriktiv zu handhaben.

Im Fall Friedman kann davon nicht die Rede sein. Der hat sich dann auch mit einer Beschwerde gegen das Ermittlungsverfahren gewehrt, bei dem ebenfalls Zweifel auftauchen.

Der Grund dafür, dass die Staatsanwaltschaft jetzt ein Informationsverbot verhängt hat, dürfte darin liegen, dass sie sich nicht weiter angreifbar machen will.Warum Michel Friedman selbst zu dem Ergebnis der Probe schweigt, ist damit nicht beantwortet. nan

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